Keine Entspannung bei den sächsischen Verbraucherpreisen

Im April setzte sich der Anstieg des Verbraucherpreisindex für Sachsen in analoger Weise zu März fort. Wie bereits im Vormonat erhöhten sich die Preise für alle beobachteten Waren und Dienstleistungen innerhalb der Monatsfrist im Schnitt um 0,3 Prozent, so dass der aktuelle Indexstand bei 112,0 (Basis 2000 = 100) liegt.

Besonders auffällig war dabei die Entwicklung in der Hauptgruppe Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke . Hier kam es zu einem Preisanstieg gegenüber März von 1,2 Prozent. Zuletzt wurde eine so hohe Veränderungsrate im Vergleich zum Vormonat im Januar 2006 verzeichnet. Seit diesem Zeitpunkt haben sich die Preise für Lebensmittel einschließlich der nichtalkoholischen Getränke insgesamt um über vier Prozent erhöht.

Mit dem schönen Wetter begann für viele die Grillsaison. Aus preislicher Sicht gab es jedoch keine guten Nachrichten. Bereits bei der Grundausrüstung Grillkohle (2,2 Prozent) musste man tiefer in die Geldbörse greifen. Gleiches galt für die klassische Bratwurst (1,8 Prozent) mit Senf (6,0 Prozent). Wer als Würzmittel lieber Ketchup (0,1 Prozent) bevorzugt, kam etwas günstiger. Konstant blieben die Preise dagegen für Brötchen . Als alternative Grillgüter boten sich indessen frisches Geflügelfleisch (-0,2 Prozent) oder frischer Fisch im Anschnitt (‑0,3 Prozent) an. Als frische Vitaminbeigabe zum deftigen Essen empfahlen sich in diesem Monat einzig und allein Gurken (-14,3 Prozent) sowie Lauch (-4,1 Prozent), alle anderen Gemüsepositionen wiesen kräftige Steigerungen auf. Im Ergebnis kam es somit zu einer Verteuerung in dieser Gruppe von fast zehn Prozent. Eine positive Meldung gab es dennoch, dass kühle Blonde konnte zum Vormonatspreis genossen werden.

Zu Bewegungen kam es im April auch im Energiesektor. Während der Bezug von Gas um 4,7 Prozent günstiger – aufgrund der staatlichen Vorgaben zur Senkung der Erdgastarife – wurde, verteuerte sich Heizöl um den gleichen Betrag. Ungeachtet dessen lag der Preis für den Hektoliter noch gut sechs Prozent unter dem des Vorjahres. Zum Ärger der Kraftfahrer und Osterausflügler stiegen die Kraftstoffe . Egal ob es sich dabei um Normal- , Superbenzin oder Diesel handelte, im Schnitt musste fast drei Prozent mehr gezahlt werden.

Neben der bereits erwähnten Verteuerung bei Kraft- und Schmierstoffen bewirkte die achtprozentige Veränderung der Tarife für die Personenbeförderung im Luftverkehr , dass der Teilindex Verkehr insgesamt um 1,1 Prozent stieg.

Den einzigen Rückgang im Vergleich zum Vormonat gab es im Bereich Freizeit (1,7 Prozent). Trotz der zurückliegenden Osterfeiertage waren die Angebote bei Pauschalreisen in diesem Monat fast neun Prozent günstiger. Mit Beginn der Pflanzzeit lockten die Märkte die Kunden mit guten Preisen für Gartenerzeugnisse für die Gartenpflege (-2,5 Prozent). Dies übertrug sich allerdings nicht auf Geräte und Ausrüstungen für Sport und Camping (2,0 Prozent).

Nachdem die Jahresteuerungsrate im März noch um 0,2 Prozentpunkte angestiegen war, sank sie im April um 0,1 Punkte auf 2,4 Prozent. Besonders hohe Veränderungsraten zum Vorjahr weisen weiterhin Gemüse (15,5 Prozent), Strom (11,8 Prozent) oder die Personenbeförderung im Schienenverkehr (9,7 Prozent) auf.