Keine schnelle Lösung für Fernbus-Chaos in Sicht

Vor einem Jahr wurde der Fernbusmarkt liberalisiert. Seitdem ist das Linienangebot in Dresden ungemein gewachsen. Doch damit auch das Verkehrschaos am Hauptbahnhof. +++

Freitag ist einer dieser Tage, an denen sich die Fernbusse in der Bayrischen Straße in Dresden förmlich stapeln. Parken in der zweiten Reihe, dazu noch Autos, die Fahrgäste absetzen. Das Verkehrschaos ist perfekt. Und Busfahrer die keinen Parkplatz ergattern, müssen kreiseln. Ein Jahr nach Liberalisierung des Fernbusmarktes gibt es 60 Linien in Sachsen. Die Busse werden in Dresden rege genutzt. Doch die Bedingungen für die Fahrgäste sind nicht ideal. Es gibt zu wenig Parkplätze für die Busse und für die Fahrgäste bei Regen nur sehr wenig Platz zum Unterstellen. Die FDP im Dresdner Stadtrat und im Landtag fordert deshalb eine kurzfristige Verbesserung der Situation.

Interview im Video mit Torsten Herbst (FDP), Landtagsabgeordneter

Laut Herbst würde das wohl einen hohen sechsstelligen Betrag kosten. Die Haltestelle könnte nach hinten in die Bayrische Straße oder über die Kreuzung hinweg in die Strehlener Straße verlängert werden. Aus der Stadt gibt es dafür aber noch keine Signale. Das Rathaus setzt allein auf den Bau des Zentralen Omnibusbahnhofes.

Vor unserer Kamera wollte sich Baubürgermeister Jörn Marx dazu nicht äußern. Schriftlich teilt er mit:

Ein ZOB in Dresden ist notwendig, seit Harmonisierung des Fernbusverkehrs sind die Zahlen deutlich gestiegen. Leider fehlt es noch an der erforderlichen Infrastruktur. Die Planung steht seit 2010, das Grundstück wurde schon vor 2010 angekauft. Nun müssen Finanzierung und Betreiberkonzept abgesichert werden, daran arbeiten wir. Hier sind wir als Stadt auf Unterstützung angewiesen. Daher begrüße ich ausdrücklich jede Aktion zum Bau eines ZOB.

Interview im Video mit Torsten Herbst

Vor zwei Wochen hatte ein Bus der Firma Mein Fernbus einen 87 Jahre alten Mann beim Rangieren mit dem Spiegel erfasst. Der Mann geriet unter den Bus und wurde schwer verletzt. Das Berliner Unternehmen fordert Verbesserungen an der Haltestelle.

Interview im Video mit Philipp Kielbassa, Sprecher Mein Fernbus

Den Unfall am 5. Januar hat das Unternehmen für sich ausgewertet.

Interview im Video mit Philipp Kielbassa, Sprecher 

Mein Fernbus macht sich für einen Unterstand für die Reisenden stark, einen längeren Haltestreifen sowie eine Wendeschleife für die Fahrzeuge. An den Kosten würde sich das Unternehmen beteiligen. Die Pläne für den zentralen Busbahnhof befürwortet es.

Interview im Video mit Philipp Kielbassa, Sprecher 

Doch bis dahin könnten noch einige Jahre vergehen. Bleibt zu hoffen, das die Fahrgäste nicht so lange im Regen stehen gelassen werden.

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