Kids im Toten Winkel

Dresden - Viele Dresdner erinnern sich sicher noch an den tragischen Unfall 2015 auf der Königsbrücker Landstraße. Beim Abbiegen in ein Firmengrundstück übersah ein Lkw-Fahrer einen 13-jährigen Jungen, der mit dem Fahrrad auf dem Gehweg grade aus wollte. Im Krankenhaus erlag der Junge einige Tage später seinen schweren Verletzungen. Immer wieder gibt es solche Unfälle, bei denen nicht nur Kinder im Toten Winkel von Lkws übersehen werden. Ein Vater aus Kreischa bei Dresden will dem jetzt etwas entgegen setzen. 

Perspektivwechsel für die Kinder der Kreischaer Grundschule. Am Mittwoch durften sie sich ans Lenkrad eines Lkw setzen. Die Aktion hat aber einen ernsten Hintergrund. Immer wieder passieren Unfälle, weil Kinder im Toten Winkel von Lkws nicht gesehen werden. Martin Semetzky ist selbst Lkw-Fahrer und Vater. Sonst pendelt er mit seinem Truck nach Hamburg und holt dort Schiffscontainer ab. Doch heute steht er mit seinem Laster auf dem Schulhof seiner Ziehtochter.

Kindern die Gefahren aufzuzeigen ist für Martin Semetzky die eine Sache. Er sieht aber auch die Politik in der Pflicht, die endlich Assistenzsysteme für Neuwagen vorschreiben sollte. 6.000 Euro kosten solche Assistenzsysteme zusätzlich. In einem hartumkämpften Markt eine Investition, die viele scheuen, wenn sie nicht verpflichtend ist. Bis es soweit ist, wollen Martin Semetzky und sein Arbeitgeber, die Spedition Hanitzsch aus Kesselsdorf, zusammen mit weiteren Speditionen auf Schulhöfen in Dresden und Umgebung Präsenz zeigen.

© Sachsen Fernsehen
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Artikel erstellt von: Franziska Wöllner