Kindererziehung ist auch Männersache

Die Erziehung der Kinder ist auch Männersache! Diese Erkenntnis hat sich bereits bei den meisten deutschen Familien durchgesetzt.

Doch in den Kindergärten sind immer noch nur sehr wenige männliche Erzieher zu finden.

Die Kindertagesstätte „Farbenfroh“ in Chemnitz – hier ist der Arbeitsplatz von Ricardo Ulbrich. Er betreut eine Gruppe mit Kindern zwischen 2 bis 6 Jahren.

Seit dreieinhalb Jahren ist er Erzieher in dem kommunalen Kindergarten, in dem auch Kinder mit geistigen und körperlichen Behinderungen integriert werden. Dabei hatte der 36-Jährige, den die Kinder einfach nur „Ricardo“ nennen, eigentlich etwas ganz anderes gelernt.

Interview: Ricardo Ulbrich – Erzieher und Heilpädagoge

Die Perspektive war eine Ausbildung zum Erzieher und Heilpädagogen. In der Kita unterstützt er seine Schützlinge bei ihrer persönlichen Entwicklung – jeden Tag gibt es dabei etwas Neues zu entdecken.

Interview: Ricardo Ulbrich – Erzieher und Heilpädagoge

Für die Kinder selbst ist ihr Erzieher etwas ganz Alltägliches.

Er ist in vieler Hinsicht Vorbild, manchmal Seelentröster und nicht ausschließlich auf die Rolle des typisch-männlichen Handwerkers festgelegt. Allerdings ist er auch der einzige Mann neben 26 Erzieherinnen.

Interview: Ricardo Ulbrich – Erzieher und Heilpädagoge

Gerade wegen der positiven Effekte für die Kinder wünscht sich Ricardo Ulbrich mehr männliche Erzieher in den Kindertagesstätten.

Denn nur ein Mann reiche nicht aus, um den Kindern echte erzieherische Vielfalt bieten zu können.

Interview: Ricardo Ulbrich – Erzieher und Heilpädagoge

Um in dieser Hinsicht noch mehr zu bewegen, hat sich in Chemnitz der Arbeitskreis „Mehr Männer in Kitas“ gegründet. Dort tauschen sie Erfahrungen aus, die dann wieder ihren Einrichtungen zu gute kommen.

In allen kommunalen Kindertagesstätten der Stadt Chemnitz gibt derzeit insgesamt nur etwa 20 männliche Erzieher. Nach Meinung von Ricardo Ulbrich und seinen Kolleginnen und Kollegen könnten das in Zukunft ruhig etwas mehr werden.