Kinotipp: An einem Samstag

Im Atomkraftwerk Tschernobyl ist ein Reaktorblock explodiert.

Die Parteileitung wiegelt ab. Aber Valerij Kabysh, früher Schlagzeuger, inzwischen junger loyaler Parteifunktionär, beobachtet die Panik der Verantwortlichen und begreift, dass jede Sekunde zählt. Dies ist die´Geschichte einer missglückten Flucht. Zusammen mit seiner Geliebten
und seinen Musikerfreunden versucht Valerij die Stadt zu verlassen.

Aber das Leben lässt ihn nicht los. Es ist Samstag, die Menschen gehen spazieren, machen Einkäufe, feiern Hochzeiten; Kinder spielen im Freien. In diesem sorglosen Trubel bleibt jeder Versuch zu entkommen ohne Erfolg. Die Katastrophe spielt eine allgegenwärtige, aber
unsichtbare Rolle in dieser Geschichte. Als wären da Handschellen, die nicht zu öffnen sind.

Ein verlorener Pass, ein gebrochener Schuhabsatz, ein verpasster Zug. Eine Hochzeit, auf der zuende gespielt werden muss. Vera singt mit ihrer Band, die früher auch Valerijs Band war, und Valerij springt für den betrunkenen Drummer ein. Lebensgefahr? Tödliche Strahlung? Selbst als Valerijs Band weiß, was wirklich vor sich geht, feiern sie – noch einen Wodka, noch eine Flasche Wein! Für sie bleibt nur weiter zumachen und glücklich zu werden für den einen Moment.

Es ist Samstag, die Sonne scheint und das Gras ist grün, noch grün… Es ist ein Samstag der Unschuld und die Menschen sind erbarmungslos ihrem Schicksal überlassen.