Kinotipp: „Mein Führer“

Deutschland und seine Vergangenheit, ein schwieriges Thema.

Kein Wunder also, dass im Moment erbittert über den neuen Film von Daniel Levy diskutiert wird. Levy, selbst Jude, drehte eine Komödie über Adolf Hitler. Darf er das? Und vor allen Dingen, darf man über den Massenmörder lachen? Nun ja, dürfen vielleicht schon, wenn der Film denn wirklich lustig wäre.

Historiker versuchten mit TV-Dokumentationen die Grauen des Dritten Reiches aufzuarbeiten, Eichinger mit dem Untergang , Daniel Levy nun probiert es mit den Mitteln der Satire. Das gelingt ihm jedoch nur bedingt, was bleibt ist ein schaler Beigeschmack.

Berlin 1944. Die Stadt liegt in Schutt und Asche, der Krieg ist längst verloren. Mit einer flammenden Rede soll Adolf Hitler das deutsche Volk noch einmal mobilisieren, doch der Führer ist depressiv und lustlos. Um ihm auf die Sprünge zu helfen, wird der jüdische Schauspiellehrer Adolf Grünbaum aus dem KZ in die Reichskanzlei gebracht. Er soll Hitler in kürzester Zeit wieder fit machen.

Grünbaum plagen bald Gewissenbisse. Sollte er die Gelegenheit nicht nutzen, um den Führer zu ermorden? Während er noch überlegt, schmieden Goebbels und Himmler schon finstere Pläne.

Den größten Mut bewies Regisseur Levy wohl damit, Anarcho-Komiker Helge Schneider als Hitler zu besetzen, der seinen Job im Übrigen gut macht. Ihn trifft keine Schuld, dass die Satire am Ende nicht funktioniert. Gewiss, es gibt ein paar Momente, bei denen das Lachen im Halse stecken bleibt. Doch Levy zieht das nicht konsequent genug durch. So als ob er Angst vor der eigenen Courage bekommen hätte, enden viel zu viele Szenen als belanglose Alberei. Er geht nicht respektlos genug mit der Schreckensfigur Hitler um. Ob der Film den Nationalismus verharmlost, das sei dahingestellt, jedenfalls ist er langweilig und über weite Strecken nicht komisch. Wozu also die ganze Aufregung?

Laufzeit: 89 min
Regie: Dani Levy
Drehbuch: Dani Levy