Kinotipp: New York für Anfänger

Sidney Young (Simon Pegg), der in London ein kleines Filmmagazin leitet, versteht sich als unbestechlicher Journalist, will aber eigentlich auch nur auf Promi-Partys mitfeiern und dort Frauen abschleppen.

Meistens scheitert er jedoch schon an der Gästeliste, auf der er selbstverständlich nie steht. Als er sich tatsächlich auf die angesagteste After-Show Party der BAFTA, veranstaltet vom Newcomer Glamour-Magazin Sharps, einschleichen kann, löst Sidney prompt totales Chaos aus und wird rausgeschmissen. Sidneys Antwort auf seinen Partycrash ist sehr provokant. Ein Nacktbild des Sharps-Chefredakteurs Clayton Harding mit einer Krone ziert das Cover seines Filmmagazins. Dies erregt natürlich die Aufmerksamkeit von Harding, der dem rothaarigen Briten prompt einen Posten in der renommierten Redaktion anbietet. Ein Engländer in New York? Sidney ist begeistert. Als Redakteur des Hochglanzblattes rücken für ihn die Promis in greifbare (vielmehr: begrapschbare) Nähe. Außerdem will er den Amis mal zeigen, wo der britische Hammer hängt.

Leider schätzt Sidney seine vermeintlich charismatische Ausstrahlung völlig falsch ein. Gleich am ersten Abend baggert er in einer Bar penetrant eine Blondine an, die ihn natürlich abblitzen lässt. Am nächsten Tag entpuppt sie sich ausgerechnet als Alison Olsen (Kirsten Dunst), Sidneys unmittelbare Kollegin, die wenig Lust hat, den plumpen, vulgären Sidney unter ihre Fittiche zu nehmen. Überhaupt stellt sich das glamouröse Leben bei Sharps als ziemlicher Reinfall dar: Sidneys großes Vorbild Harding, ehemals ein bissiger Journalist, hat es sich längst im Establishment bequem gemacht. Lawrence Maddox (Danny Huston), Sidneys aalglatter Vorgesetzter, klaut hemmungslos dessen Ideen und lässt ihn beim Versuch in der Celebrity-Welt Fuß zu fassen genüsslich stolpern. In der Redaktion stößt der merkwürdige Engländer mit seinen Einfällen sowieso auf Ablehnung und tritt von einem Fettnäpfchen ins andere. Ausgerechnet Alison entpuppt sich zunehmend als einzige Verbündete, die seine Fehltritte deckt und langsam seinem rustikalen Charme erliegt.

Wenigstens gelangt Sidney durch seinen Job endlich auf die Partys, von denen er immer geträumt hat. Eines Abends watet bei einem dieser Glamour-Events die atemberaubendste Frau durch den Pool, die er je gesehen hat: die heiße Newcomerin Sophie Maes (Megan Fox). Eine betörende Schönheit, an die sich Sidney unbedingt heranmachen will, bevor Maddox zum Zuge kommt. Leider ist der durchtriebene Schmierlappen mit Sophies ehrgeiziger Agentin Eleanor Johnson (Gillian Anderson) befreundet, die die Fäden ihrer Schützlinge fest in der Hand hält und weiß, wie man die Medienmeute zum eigenen Vorteil manipuliert. Sie schlägt Sidney einen Deal vor: Als Gegenleistung für ein Interview mit Sophie Maes erwartet sie kritiklose Hofberichterstattung über einen ihrer anderen Klienten, den Jungregisseur Vincent Lepak (Max Minghella). Ein kaltblütiger Angriff auf Sidneys Journalistenehre! Er kann den selbstgefälligen, blasierten Idioten nicht ausstehen. Statt eines Jubelartikels schreibt Sidney ein ätzendes Porträt über ihn, das Harding aber im letzten Moment aus dem Heft kippt soviel zum Thema unabhängige, freie Presse. Sidney ist von Hardings Rückgratlosigkeit schwer enttäuscht.

Als wäre das noch nicht genug, erfährt er, dass sein Erzfeind Maddox und Alison ein Paar sind. Ein weiterer schwerer Schlag, denn obwohl er immer noch von Sophie Maes Schönheit geblendet ist, hat er sich längst in Alison verliebt. Auf einer Celebrity-Gartenparty, bei der sich Sidney sternhagelvoll von seiner prolligsten Seite zeigt, muss er sich unvermittelt zwischen beiden Frauen entscheiden: Während einer Auseinandersetzung mit Alison sieht er Sophie mutterseelenallein am Pool sitzen.

Dt.Start: 27. November 2008
Premiere: 15. Mai 2008 (Cannes Film Festival, Frankreich)
FSK: o.A.
Genre: Komödie
Länge: 111 min
Land: USA

Darsteller: Megan Fox (Sophie Maes), Simon Pegg (Sidney Young), Kirsten Dunst (Alison Olsen), Danny Huston (Lawrence Maddox), Jeff Bridges (Clayton Harding), Gillian Anderson (Eleanor Johnson), Margot Stilley (Ingrid), Miquel Brown (Harding’s Assistent)

Regie: Robert B. Weide

Drehbuch: Peter Straughan