Kinotipp: Schräger als Fiktion

Stellen Sie sich vor, jemand würde ein Buch über Ihr Leben schreiben. Und zwar während Sie Ihr Leben leben.

Dieser Jemand wüsste natürlich nicht, dass es Sie wirklich gibt. Und Sie haben keine Ahnung, wer die seltsame Stimme ist, die jeden Ihrer Schritte kommentiert. Klingt zu kompliziert? Ist es auch. Zumindest für Harold Crick, denn was ihm passiert ist Schräger als Fiktion…

Harold Crick führt kein besonders aufregendes Leben. Der pedantische Steuerbeamte plant seine Tage minutiös durch, ist das perfekte Zahnrädchen in einem großen Uhrwerk. Bis er eines Tages eine Stimme in seinem Kopf hört. Die Dame erzählt all die Dinge, die Harold gerade tut und schlimmer noch, sie hat immer Recht damit.

Karen Eiffel arbeitet seit zehn Jahren an ihrem Roman über Harold Crick, völlig ahnungslos, dass es den wirklich gibt. Doch kurz vor dem Abschluss des Buches leidet die neurotische Schriftstellerin an einer massiven Schreibblockade. Alles was sie weiß ist, dass Harold Crick sterben muss. Nur wie?

Harold lässt indes nichts unversucht, die Stimme in seinem Kopf loszuwerden und sein drohendes Ende abzuwenden. Er hat keine Lust zu sterben, schon gar nicht jetzt, wo sich eine zarte Romanze mit der Steuersünderin Ana anbahnt.

Die Idee, die hinter Schräger als Fiktion steckt, erinnert ein bisschen an Die Truman Show . Ein Mensch erkennt, dass sein Leben gar nicht sein eigenes ist, sondern von außen gesteuert wird. Ein billiger Abklatsch ist der Film aber keinesfalls, Regisseur Marc Foster hat aus einem genialen Drehbuch eine tolle Komödie gemacht. Auch bei der Wahl der Darsteller bewies er ein sicheres Händchen, Komiker Will Ferrell glänzt in einer für ihn ungewohnten Rolle, dazu gesellen sich Emma Thompson, Maggie Gyllenhal und Dustin Hoffmann. Man sollte sich weder von der kompliziert klingenden Geschichte, noch von dem etwas sperrigen deutschen Titel abschrecken lassen. Dieser Film verdient ein Happyend, genau wie Harold Crick.