Kinotipp: Sunshine

Der britische Regisseur Danny Boyle hasst offenbar Eintönigkeit. Wie sonst ist es zu erklären, dass er sich seit Jahren konsequent quer durch alle Genres filmt?

Nach seinem Kulthit „Trainspotting“ drehte er einen Aussteiger-, einen Zombie- und einen Kinderfilm. Sein neuester Coup: das Weltraumabenteuer „Sunshine“, das weit mehr als nur sensationell schöne Bilder bietet.

50 Jahre in der Zukunft: Es ist fünf vor zwölf für die Menschheit, als die Icarus II ins All startet. Mit einer gewaltigen Sprengladung direkt im Herzen der Sonne will die Crew die Zeit noch einmal zurückdrehen. Die gesamten Sprengstoffreserven der Erde sollen den Stern weiter glühen lassen. Die erste Mission ist bereits gescheitert, die Icarus I spurlos im Weltraum verschollen – bis das zweite Team ein merkwürdiges Signal empfängt.

Die Besatzung fliegt dennoch zur Icarus I – um die Explosionskraft mit dem dort an Bord befindlichen Sprengstoff noch zu verdoppeln. Zwei letzte Hoffnungen sind besser als eine, doch die Entscheidung stellt sich als fataler Fehler heraus, der nicht nur das Leben der Mannschaft, sondern die komplette Mission in Gefahr bringt.

Danny Boyle ist ein echter Tausendsassa. Mit „Sunshine“ hat es der Regisseur wieder einmal allen gezeigt. Mit einem verhältnismäßig geringen Budget stemmte er einen Film, der es locker mit den Klassikern des Genres aufnehmen kann und sich gleichzeitig tief vor ihnen verneigt. Auf konsequent hohem Spannungsniveau jagt Boyle dem Kinopublikum einen Schauer nach dem anderen über den Rücken. Seine Spannung zieht Sunshine aber nicht nur aus dem Tempo, sondern auch aus dem zunehmenden moralischen Dilemma der Crew.

Doch Boyle wäre nicht Boyle, wenn er nicht auch ein paar ordentliche Schockerszenen einflechten würde. Spätestens wenn das Raumschiff an die Icarus I andockt, liegen die Nerven der Zuschauer richtig blank. Den Platz in der Ahnengalerie irgendwo zwischen „Alien“ und „2001“ dürfte „Sunshine“ damit sicher haben.

Regie: Danny Boyle

Darsteller: Chris Evans, Cillian Murphy, Rose Byrne, Michelle Yeoh, Cliff Curtis, Troy Garity, Hiroyuki Sanada, Mark Strong, Benedict Wong

Science Fiction/Thriller – Großbritannien 2007

FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Länge: 107 Min.