Kita-Streik am Donnerstag in Dresden

Am Donnerstag planen die Erzieher in den 160 städtischen Kindertageseinrichtungen zu streiken. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und die Bildungsgewerkschaft GEW rufen zu einem Warnstreik von Dienstbeginn bis 22 Uhr auf. +++ 

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und die Bildungsgewerkschaft GEW haben die Beschäftigten im Sozial – und Erziehungsdienst der Stadtverwaltung Dresden einschließlich des Eigenbetriebes Kindertageseinrichtungen zu einem Warnstreik am Donnerstag von Dienstbeginn bis 22: 00 Uhr aufgerufen.

Damit wollen sie der Forderung nach einer angemessenen und fairen Eingruppierung von pädagogischen Fachkräften in Kindertageseinrichtungen und in der Jugendhilfe Nachdruck verleihen. Die Arbeitgeber hatten auch am zweiten Verhandlungstag (23 .03.2015) kein Angebot unterbreitet.

Erik Molkenthin (ver.di Dresden – Ostsachsen ) dazu : „ Die Arbeit von Erzieherinnen und Erziehern wird hoch geschätzt , aber nur schlecht bezahlt. Als typischer Frauenberuf liegt der Durchschnittsverdienst einer Erzieherin n och immer mit 570 € unter dem Durchschnittsgehalt aller Beschäftigten in Deutschland. Das ist nicht länger hinnehmbar, auch vor dem hohen Bedarf an Erziehernachwuchs in den nächsten Jahren.“ ( Quelle: Statistisches Bundesamt , Verdienste 2013).

Die Arbeitgeber werden sich auch am dritten Verhandlungstag, am 9. April , nur bewegen, wenn durch Warnstreiks „Druck von unten“ erfolgt.

Auch Erzieherinnen und Erzieher im Kita Eigenbetrieb Dresden sind zum Warnstreik aufgerufen.

Nachdem es schon seit Verhandlungsbeginn Ende Februar dazu Vorankündigungen gab, werden ab heute die Eltern mit speziellen Elternbriefen über den feststehenden Streiktermin informiert und gebeten, alternative Betreuungsmöglichkeiten für den 02. April zu organisieren.
 
Wera Lindner von der GEW da zu: „Die Anforderungen an frühkindliche Bildung sind mit Einführung der Kita – Bildungspläne enorm gewachsen. Aber die Eingruppierungssystematik der Fachkräfte in den Kitas stammt noch im Wesentlichen von 1991, als Kitas vorrangig Betreuungseinrichtungen war en. Das wird den heutigen Anforderungen an die individuelle Förderung jedes einzelnen Kindes und der Dokumentation seines Bildungswegs, der Erziehungspartnerschaft mit den Eltern und der Zusammenarbeit mit der Schule in keiner Weise mehr gerecht. Wir brau chen eine grundsätzliche Aufwertung dieser Bildungsarbeit.“ 

Quelle: GEW Bezirksverband Dresden

Dieser Beitrag ist leider noch nicht verfügbar