Kita-Streik: Eltern fordern Ende in offenem Brief

Immer mehr Eltern fordern ein Ende des Kita-Streiks. Die Erzieher kommunaler Kitas haben ihren Arbeitskampf am Mittwoch fortgesetzt. In einem offenen Brief positioniert sich der Dresdner Stadtelternrat auf die Seite der Erzieher.+++

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Von Eltern fordert der Streik einen hohen Tribut. Es wird immer
schwieriger, eine Alternativbetreuung zu organisieren, wertvolle
Urlaubstage werden aufgezehrt, manche Arbeitnehmer sind sogar von einer
Kündigung bedroht. Jeder weitere Streiktag erhöht die Belastung der
Eltern enorm. Sie stoßen an ihre Grenzen.

Ebenso wie die Eltern trifft der Streik aber auch die Kinder. Sie werden
vollkommen aus ihrem Rhythmus gerissen und verstehen nicht, warum sie
einen Tag in die Kita gehen, und dann schon wieder einen Tag zu Hause
bleiben müssen. Sie fragen sich, ob sie selbst Schuld daran haben –
haben sie irgendetwas falsch gemacht? Im besten Fall kommen sie bei den
Eltern oder Verwandten unter. Oftmals müssen sie aber auch immer wieder
zu neuen, fremden Betreuungspersonen, wodurch die Kinder nur noch mehr
verunsichert und durcheinander gebracht werden.

Nach wie vor sind es nicht die Kommunen, die vom Streik getroffen
werden, sondern Kinder und Eltern. Dennoch wollen wir uns durch dieses
Aussitzen des Streiks durch den VKA nicht gegen Erzieher und
Erzieherinnen ausspielen lassen. Eltern sehen jeden Tag, was
ErzieherInnen selbst unter prekären Bedingungen für unsere Kinder
leisten. Kinder werden in einer Kita nicht mehr nur betreut und
aufgehoben. Nein, es wird ein Bildungsauftrag erfüllt, die Kinder
werden gefördert und die ErzieherInnen versuchen, nach Möglichkeit auf
die individuellen Bedürfnisse eines jeden Kindes einzugehen – die
Anforderungen an ErzieherInnen sind in den letzten Jahren enorm
gestiegen.

Daher fordert der Stadtelternrat Dresden vom Verband Kommunaler
Arbeitgeber:

Dieser Streik muss zu einem Ende kommen. Und zwar zu einem Ende, an dem
die Arbeit von Erzieherinnen und Erziehern deutlich aufgewertet wird. Es
ist nun an Ihnen, sehr geehrte Damen und Herren des VKA und aber auch an
den Gewerkschaften, über dieses „deutlich“ zu verhandeln. Die
Vorschläge des VKA sind bisher mehr als dürftig ausgefallen.
Erhöhungen sollen nur für wenige Einzelne gebilligt werden, eine
generelle Aufwertung des ErzieherInnen-Berufs wird abgelehnt. Doch die
bedarf es. Denn die von Ihnen genannten Zahlen zum Einstiegs- und
Endgehalt sind Augenwischerei. Sie unterschlagen dabei, dass nur die
wenigsten Erzieherinnen eine 39 bzw. 40 Stunden Woche arbeiten (dafür
gelten die Zahlen), sondern die meisten einen 32+ Vertrag bekommen – das
bedeutet gut 17,5% weniger Gehalt.
Deshalb: Gehen Sie auf die Gewerkschaften mit dem geforderten
vernünftigen Angebot zu. Werten sie diesen Berufsstand jetzt auf – und
nicht erst dann, wenn niemand mehr zu den bestehenden Bedingungen den
Job machen will.

Quelle:  Offener Brief des Stadtelternrates Dresden an die Kommunalen Arbeitgeberverbände

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