Klage gegen Umbau des Kulturpalastes kurz vor der Einreichung

Es gibt wieder einmal Streit um den Dresdner Kulturpalast. Der Architekt Wolfgang Hänsch möchte zusammen mit dem Verein Dresdens Erben gegen den geplanten Umbau klagen – und könnte damit sogar Erfolg haben. +++

Der Umbau des Kulturpalastes ist eigentlich längst beschlossene Sache – jetzt droht der Stadt bei dem umstrittenen Projekt noch einmal heftiger Gegenwind. Der Verein Dresdens Erben möchte das Baudenkmal in seiner Gänze erhalten – den Umbau des Mehrzwecksaals zu einem reinen Konzertsaal jetzt doch noch juristisch verhindern.

O-Ton Jana Knauth, Sprecherin Dresdens Erben e.V.

In einer Urheberrechtsklage möchte sich der einstige Architekt, hier rechts im Bild, gemeinsam mit Dresdens Erben auf den Tatbestand der „Entstellung“ berufen, da der Kulti mit dem Umbau seiner eigentlich Funktion beraubt werde. Dass eine solche Klage erfolgreich sein könnte, weiß Sven Hetmank, Experte für Urheberrechtsfragen an der TU Dresden.

O-Ton Sven Hetmank, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Juristische Fakultät
 
Wenn das Gericht das genau so sieht, wären die Umbaupläne stark gefährdet. Dagegen stünden jedoch auch immer die Interessen des Gebäudeeigentümers, also in diesem Fall die der Stadt Dresden. Ein Interessenkonflikt, der auch im aktuellen Streit um Stuttgart 21 vor Gericht ausgetragen wurden – dort jedoch zu Gunsten eines Umbaus. Ausschlaggebend, so Sven Hetmank, seien dabei jeweils Faktoren wie Bedeutung des Gebäudes, und Zweck und Umfang der Baumaßnahmen. 

Dass Dresden dringend einen neuen Konzertsaal braucht,  der Meinung sind zumindest die Dresdner Konzertfreunde wie der Landtagsabgeordnete Geert Mackenroth.

O-Ton Geert Mackenroth, Vorsitzender der Dresdner Konzertfreunde

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