Klimaschutz nun auch im Chemnitzer Stadtrat

Chemnitz- „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!“ Wenn dieser Slogan zu hören ist, ist meist eine „Fridays For Future“ Demonstration nicht weit entfernt.

Jugendliche auf der Straße demonstrieren zu sehen, ist nichts ungewöhnliches mehr. Die „Fridays For Future“ Demonstrationen haben sich schon lange zu einer globalen Bewegung entwickelt. Auch am Freitag, anlässlich des Weltklimatages, kamen junge Menschen unter anderem in der Chemnitzer Innenstadt zusammen. Bereits seit 2018 demonstrieren in Chemnitz Jugendliche regelmäßig, um auf die verheerenden Auswirkungen der Klimakatastrophe aufmerksam zu machen. Während in der Hochzeit von Corona die „Fridays For Future“ Demonstrationen untersagt wurden, dürfen die Klimaschutzverfechter jetzt wieder auf die Straße.

Abstand halten und Maske tragen hält sie nicht davon ab, sich für die Umwelt einzusetzen. Tatsächlich kommen auch aus dem Rathaus erste Entscheidungen bezüglich Klimaschutz. Am Mittwoch wurde im Chemnitzer Stadtrat beschlossen, dass alle Entscheidungen, die der Stadtrat trifft und alle Verwaltungsvorlagen bezüglich ihrer Auswirkungen auf das Klima überprüft werden sollen. Trotz Gegenstimmen von CDU und AFD wurde der Antrag mehrheitlich angenommen. Volkmar Zschocke, Stadtratsmitglied der Fraktion die GRÜNEN, gehört zu den Unterstützern des Antrages. Um den Antrag umzusetzen, werden Nachhaltigkeitskriterien für den Umweltschutz in den Entscheidungsprozess von Verwaltung und Stadtrat einbezogen. In einigen Städten gibt es solch ein Verfahren bereits. Bis das Verfahren umsetzbar ist, dauert es noch eine Weile.

Erst Mitte 2022 soll dem Stadtrat ein Entwurf vorgelegt werden. Auch die Demonstranten der „Fridays For Future“ Aktion am Freitag halten den Stadtratsbeschluss für einen ersten Schritt in die richtige Richtung. Die Antarktis schrumpft derzeit sechs Mal so schnell wie in den 1980er-Jahren. Auch in Deutschland scheint nach Dürrejahren und permanenten Hitzerekorden der Klimawandel angekommen zu sein. Berechtigte Forderungen also, die die Aktivisten von „Fridays for Future“ auf die Straßen tragen.