Klimawandel schreitet voran

Vom 1. Juni 2014 bis zum 31. Mai 2015 führte der Deutsche Wetterdienst umfangreiche Messungen in Leipzig durch.

Ein relativ engmaschiges Messnetz sollte in diesem Zeitraum Aufschluss über verschiedene klimatorische Faktoren im Stadtgebiet geben.

Kristin Hoffmann vom Deutschen Wetterdienst war am Projekt beteiligt und nennt als Ziele ihrer Arbeit vor allem die Weiterführung von älteren Messreihen und die Möglichkeit der Stadt exakte Aussagen über die Entwicklung des Klimas zu geben.

Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal wird noch spezifischer, wie die Ergebnisse genutzt werden sollen: Aufgrund der Daten sollen jetzt Entscheidungen getroffen werden, inwiefern die Stadt auf den Klimawandel reagiert.

Bei der Auswertung der Messergebnisse kam der Deutsche Wetterdienst zum Schluss, dass der Klimawandel auch Leipzig nicht verschont und durchaus auch unangenehme Folgen hat:
Denn während die steigende Anzahl der Sommertage auf den ersten Blick für viele Menschen erfreulich ist, stieg seit 1971 auch die Zahl der sogenannten Tropennächte.
Das sind Nächte, in denen die Temperaturen nicht unter 20°C fallen – vor allem für ältere Menschen eine erhebliche Gesundheitsbelastung.
Auch die duchschnittliche Temperatur stieg seit 1971 um bis zu anderthalb Grad Celsius.

Dabei wären die weniger werdenden Frosttage wichtig für die Flora und vor allem auch die Landwirtschaft. Bleibt es im Winter zu warm, unterbricht der Frost das Pflanzenwachstum nicht. Das kann fatal für die Pflanzen sein, denn umso größer beispielsweise Getreide gewachsen ist, desto anfälliger ist es gegen einen plötzlichen Frosteinbruch.

Heiko Rosenthal betonte auf der Pressekonferenz auch noch einmal, dass der Klimawandel nicht einfach rückgängig gemacht werden könne. Es braucht Jahre der Umstellung um die Folgen auch nur teilweise zu beheben.
Trotzdem, so Rosenthal, ist ein Umdenken in der Bevölkerung nötig. Sonst werde in absehbarer Zeit die Klimaanlage die Wohnungen in der Stadt erobern.

Zum Abschluss des Stadtklima-Projekts bestätigten die Stadt Leipzig und der Deutsche Wetterdienst die Fortführung ihrer Kooperation: Ab dem 3. Quartal soll eine feste Station an der Hauptfeuerwache errichtet werden. Sie ist eine von deutschlandweit zehn, mit denen Wetterdaten in Großstädten gesammelt werden.