Klinik-Essen schmeckte zu gut

Nach erfolgreicher Behandlung seines Hüftleidens sollte ein älterer Leipziger Montagabend aus einer Probstheidaer Klinik entlassen werden.

Damit war der 71-Jährige allerdings nicht einverstanden. Zumindest bestand er vehement auf die Einnahme des Abendbrotes. Leider deutete er hierzu das Sprichwort: „Auf sein Recht pochen“ stark individuell. Mit seinen Krücken „pochte“ er zweimal auf einen 59-jährigen Pfleger ein und versuchte dies auch bei einer 30-jährigen Assistenzärztin.

Als deshalb gegen 20 Uhr Beamte des Reviers Südost eintrafen, saß der Mann auf einem Stuhl im Gang der Station und schrie wild um sich. Zur Verhinderung weiterer Zweckentfremdungen räumte ein Polizist zunächst die Gehhilfen zur Seite. Doch der 71-Jährige ist offenbar nur bedingt auf die Krücken angewiesen, denn plötzlich stand er auf und warf mit dem zuvor genutzten Stuhl in Richtung des Beamten.

Damit hatte er jedoch die Toleranzlinie überquert und seinen Altersbonus verspielt, weshalb ihn alsbald eine silberfarbene Acht zierte.Neben verschiedenen Strafanzeigen erreichte der Rentner aber immerhin, dass ihm nun weitere Mahlzeiten im Krankenhaus serviert werden. Jene erwarten ihn allerdings auf einer Station, welche Leiden deutlich oberhalb der Gürtellinie betreut.