Körperwelten Dresden: Der Tod als Lehrer für ein bewussteres Leben

Es ist paradox.Die Lebendigen sollen von den Toten lernen – die eigene Lebensweiseüberdenken, ein gesundes Bewusstsein zu Leben und Tod entwickeln.>Eine hautnahe Begegnung mit dem Tod ist seid Ende Januar bei den Körperwelten in Dresden möglich.+++

Allerdings sind die Körperwelten in Dresden keine klassische Anatomieausstellung.

Interview mit Angelina Whalley, Kuratorin (im Video)

Fast 40 Millionen Menschen rund um den Globus haben die Anatomieschau bereits gesehen, davon fast 10 Millionen allein in Deutschland.

Dennoch musste sich Körperwelten in der Vergangenheit immer wieder heftiger Kritik besonders durch die Kirche stellen. Mit der Frage nach einer Würde des Menschen nach dem Tod stößt die Ausstellung auch an ethische Grenzen.

Interviw mit Klemens Ullmann, Dompfarrer in Dresden (im Video)

Befürworter sehen die Körperwelten hingegen als etwas moralisch Wertvolles – gerade vor dem Hintergrund des Todes.

Interview mit Prof. Dr. Franz Josef Wetz, Philosoph (im Video)

Gunther von Hagens konserviert seit Mitte der 70er-Jahre Leichen mittels der von ihm entwickelten Plastination. Bei dem Verfahren werden Körpern sämtliche Körperflüssigkeiten und lösliche Fette entzogen und durch Kunststoff ersetzt.

Zu Tränen gerührt eröffnete von Hagens die Ausstellung im Januar in Dresden. Für den schwer an Parkinson Erkrankten der 1. öffentliche Auftritt seit 3 Jahren. Die Körperwelten in Dresden seien für ihn als „Kind der DDR“ der Höhepunkt seiner Karriere. Zudem habe ihn die Gläserne Frau von Dresden schon frühzeitig für seine Plastinationen inspiriert.

Die menschlichen Plastinate stammen übrigens aus einem einzigartigem Körperspendeprogramm. Derzeit gibt es circa 14.000 Spender, davon fast 12 000 allein in Deutschland. Auch Jörg Wolf wird seinen Körper nach dem Tod zur Plastination frei geben.
Dabei kritisiert der Körperspender den Umgang der Gesellschaft mit dem Tod.

Interview mit Jörg Wolf, Körperspender (im Video)

Todesursache Nummer eins in Deutschland sind Herz-Kreislauferkrankungen. In diesem Zusammenhang behandeln die Körperwelten in der Zeitenströmung Dresden das Herz als Motor unseres Lebens.

Über 200 menschliche Präparate und fast zwei Dutzend Ganzkörperplastinate zeigen umfassende Einblicke in die menschliche Anatomie.

Körperwelten ist eine Begegnung von Leben und Tod auf Augenhöhe und lässt dabei die Grenzen von Ethik, Anatomie und Ästhetik verschwimmen.

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