Kommt jetzt der Februar-Winter?

In den vergangenen Tagen hat der Winter hier und da auch im Flachland seine Zähne gezeigt.

So lagen einige Teile Südbayerns am vergangenen Samstagmittag unter einer Schneedecke. In der letzten Woche rutschten die Temperaturen in den Nächten wie von WETTER.NET angekündigt bereits stellenweise auf bis zu minus 25 Grad.

Nach einer vorübergehenden Milderung am letzten Sonntag und Montag wird es nun wieder zunehmend kälter. In der gesamten Osthälfte Deutschlands kamen die Temperaturen in den letzten Tagen nur wenig über den Gefrierpunkt hinaus. Heute Abend und Morgen drohen lokal Schneefälle und Eisregen. In den nächsten Tagen wird es immer kälter. Mild bleibt es zunächst noch im Westen. Hier werden am Rhein und an der Nordsee stellenweise bis 4 Grad erwartet.

Doch zu Beginn der neuen Woche sollte es nach aktuellem Stand auch dort am Tag kaum noch über 0 Grad gehen. Der Grund: die Großwetterlage stellt sich langsam um. Die seit Wochen mehr oder weniger stark andauernde Westwindwetterlage ebbt langsam aber sicher ab und die Luftströmung dreht auf östliche Richtungen. Damit ist in der kommenden Woche der Weg frei für Frostluft aus Russland.

Die Kältemassen breiten sich in den kommenden 7 bis 14 Tagen aus Sibirien immer mehr Richtung Westeuropa aus. Verantwortlich dafür ist Hoch Cooper.

„Dies erinnert stark an die Entwicklung im Dezember 2010. Damals wurde Deutschland von russischer Kaltluft quasi überschwemmt“ erklärt Wetterexperte Dominik Jung vom Wetterportal WETTER.NET.

Für Deutschland würde diese Entwicklung einen kalten Februarstart mit vielfach leichtem Dauerfrost am Tag bedeuten. Nachts wären flächendeckend Tiefstwerte zwischen minus 5 und minus 15 Grad möglich, über Schnee auch unter minus 20 Grad.

Viel Neuschnee ist bei solchen Wetterlagen allerdings nicht drin, denn ein dickes Hoch würde sich über Mitteleuropa ausbreiten. Doch zwischendurch wären hier und da auch mal ein paar Schneefälle drin. Der Schnee würde auf dem dann durchgefrorenen Boden sofort liegenbleiben.

Die Chancen auf einen Februarwinter stehen somit aktuell recht gut. Der Winter 2011/2012 würde damit quasi genau den umgekehrten Weg des vergangenen Winters 2010/2011 gehen. Damals legte der Winter im Dezember 2010 einen wahren Frühstart hin, und war dann ab Anfang Januar bis zu seinem Ende durchweg zu mild. Dieses Mal könnte es genau umgekehrt laufen und Eis und Schnee würden erst zum Ende folgen.

„Für Flora und Fauna ist diese Entwicklung allerdings weniger glücklich. Durch die vor allem Anfang Januar sehr milde Luft ist die Natur stellenweise schon auf Frühlingskurs gewesen. Das wäre in der Tat ein herber Rückschlag“ gibt Diplom-Meteorologe Jung zu bedenken.

Aber auch für viele Menschen wäre das wohl eine faustdicke Überraschung. Viele haben den Winter eigentlich schon zu den Akten gelegt und sind auf Frühling eingestellt. Es soll sogar schon ganz eilige Personen geben, die schon die Winterreifen gegen die Sommerreifen getauscht haben – das könnte ein Fehler gewesen sein!

Die Tipps des Wetterexperten:

– Winterreifen keinesfalls abmontieren
– Frostschutzmittel im Kühlwasser und Scheibenwischwasser prüfen
– Autobatterie checken, nicht wenige werden bei den eisigen Temperaturen den Geist aufgeben

Fazit: Es könnte damit für das Flachland der kälteste Witterungsabschnitt des gesamten Winters bevorstehen.

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