Konjunktur bei Handwerk und Industrie so gut wie lange nicht

Chemnitz – Die Stimmung in der regionalen Wirtschaft ist so gut wie nie. Bei der gemeinsamen Konjunkturumfrage von IHK und HWK fallen die Einschätzungen der Unternehmen sowohl zur Geschäftslage als auch zur zukünftigen Entwicklung überwiegend positiv aus. So schätzen 95 Prozent der befragten Unternehmen ihre wirtschaftliche Lage als gut oder befriedigend ein.

Im Breich der Industrie schneiden Maschinenbau, Metallindustrie und Chemnie am Besten bei der Umsatzentwicklung ab. Im Handwerk punkten das Bauhaupt- und Ausbaugewerbe. Im Gesundheitshandwerk haben sich durch die angespannte Fachkräftesituation die Einschätzungen zur Geschäftslage eingetrübt.

Ein Problem, das auch in anderen Bereichen zukünftig als größtes Geschäftsrisiko bewertet wird. So hat bereits jetzt die Zahl der Unternehmen, die über Probleme bei der Stellenbesetzung berichten, signifikant zugenommen.

Allein bei der Handwerkskammer Chemnitz sind momentan noch über 450 Lehrstellen unbesetzt. In den kommenden Jahren wird daher ein regelrechter Wettbewerb der Unternehmen, um geeignete Auszubildende erwartet.

Einen Grund für den Fachkräftemangel sehen IHK und HWK bei den Abiturienten, die häufig nach dem Schulabschluss direkt ein Studium aufnehmen. Denn offenbar habe eine Berufsausbildung bei vielen einen niedrigeren Stellenwert als ein Studium. Hier müsse aus Sicht der Kammern auch in der Politik ein Umdenken stattfinden.

An der Herbstumfrage der beiden Kammern beteiligten sich rund 2.000 Unternehmen aus den Bereichen Industrie, Bau, Handwerk, Dienstleistung, Handel und Güterverkehr mit mehr als 40.000 Beschäftigten. Der Kammerbezirk Chemnitz umfasst die Stadt Chemnitz, den Erzgebirgskreis, den Landkreis Mittelsachsen, den Vogtlandkreis und den Landkreis Zwickau.