Kopfrechnen statt Kopfkino – Mathegenie in Dresden

Dresden - Dr. Dr. Gert Mittring ist unangefochtener Weltmeister im Kopfrechnen. Dabei geht es nicht nur um schnelles Addieren von Preisen an der Supermarktkasse. Das Zahlengenie berechnet im Kopf Dinge, die selbst für moderne Computer nicht ganz simpel zu lösen sind. Der 50-jährige ist ein Mathe-Genie. Und er versteht es perfekt, seine Begabung zu vermarkten. Wo immer er auftritt, lautet die Botschaft: Mathematik macht Spaß.

2016 brach er den Weltrekord im Wurzelziehen. Im Kopf berechnete Mittring innerhalb von 6 Minuten und 1,4 Sekunden die 89247. Wurzel einer millionenstelligen Zahl. Das Ergebnis: 160.289.883.449. Das ist die größte Leistung, die je jemand im Wurzelziehen im Kopf erbracht hat. Am 18. Januar 2019 wird der zwölffache Kopfrechenweltmeister nun einen Workshop mit interessierten Schülern und Lehrern am Bertolt-Brecht-Gymnasium Dresden durchführen. Dazu eingeladen wurden Schüler und Lehrer von sächsischen Gymnasien, die sich am bundesweiten Projekt „Leistung macht Schule“ beteiligen.

Dieses gemeinsame Projekt von Bund und Ländern hat das Ziel, begabte und hochbegabte Schüler zu fördern und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie der Kultusministerkonferenz durchgeführt. Für Sachsen nehmen u.a. das Gymnasium Dresden-Plauen, das Humboldt-Gymnasium Radeberg, das Gymnasium Franziskaneum Meißen, das Geschwister-Scholl-Gymnasium Löbau, das Lessing-Gymnasium Hoyerswerda und das Goethe-Gymnasium Bischofswerda als Kompetenzzentren oder Konsultationsschulen zur Begabtenförderung an dem Programm teil. Wenn Mittring nicht gerade sächsische Schüler in seine Geheimnisse und Tricks beim Kopfrechnen einweiht, ist er häufig Gast verschiedenen Fernsehsendungen und berät u. a. Günther Jauch und dessen Produktionsfirma in mathematischen Fragen und zum Thema Hochbegabung. Dass Mathe aber auch ganz schwer sein kann, weiß Mittring auch. Der Mann mit dem IQ von über 145 hatte einen Abiturschnitt von 3,7. Im Fach Mathematik gab es eine glatte Fünf. „Meine Lösungen passten nicht ins Konzept meines Lehrers. Ich habe nicht verstanden, warum ich Zwischenschritte aufschreiben musste, wenn ich die Lösung doch schon hatte", erläutert Mittring.