Korruption beim Bau der A72 – Ermittlungen eingestellt

Die A 72 – eine Autobahn, auf deren Fertigstellung sicher nicht nur die Chemnitzer warten.

So langwierig sich der Bau gestaltet, so skandalträchtig war er auch, zumindest vor einigen Jahren. Anfang 2007 nahmen die Staatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt Sachsen nahezu 40 Firmen und Ämter im Freistaat unter die Lupe.

Dabei ging es um Betrug und Bestechlichkeit, denn eine kriminelle Vereinigung von Bauunternehmern sollte insgesamt 27 Millionen EURO beim Bau der A 72 abgezweigt haben.

Im Visier der Ermittler standen dabei auch Mitarbeiter von Straßenbauverwaltungen, die in den Skandal um den Bau der A72 involviert gewesen sein sollten.

Nun, gut 5 Jahre später sind zumindest die Ermittlungen gegen die Mitarbeiter der Chemnitzer Stadtverwaltung eingestellt worden.

Interview: Miko Runkel – Ordnungsbürgermeister Stadt Chemnitz

Aus dem Ursprungsverfahren entwickelten sich damals mehr als 70 Einzelverfahren, bei denen terrabyteweise Akten beschlagnahmt und geprüft werden mussten.

Neben den Bauunternehmern gab es auch bis in höchste Ämterkreise in Sachsen Verdächtige.

Wichtig war dabei vor allem festzustellen, ob hinter gelegten Rechnungen auch tatsächlich durchgeführte Arbeiten standen und wer diese Rechnungen geprüft und abgezeichnet hat.

In diesem Zusammenhang gab es auch in der Stadtverwaltung in Chemnitz, hier vor allem im Bereich des Tiefbauamtes, umfangreiche Überprüfungen.

Interview: Miko Runkel – Ordnungsbürgermeister Stadt Chemnitz

Laut Runkel ist die Einstellung des Verfahrens gegen die Mitarbeiter der Chemnitzer Stadtverwaltung bindend und entgültig. Damit, so Runkel, kehre auch für die Mitarbeiter, die unter Generalverdacht standen, endlich Ruhe ein.

Ein Fakt, der hoffentlich nicht beim Weiterbau der Autobahn eintritt, damit auch die Chemnitzer dann in naher Zukunft bis Leipzig auf der A72 fahren können.