Kosten des Leipziger City-Tunnels verdoppelt – Zahlungsweigerung

Mit 960 Millionen Euro Kosten und einer Bauzeit von acht Jahren ist der Leipziger City-Tunnel vielen ein Ärgernis. Nun weigert sich die Stadt Leipzig, die fast verdoppelten Kosten mit zu tragen. +++

Im März 2002 waren sich noch alle einig: Die Stadt, der Freistaat Sachsen und der Bauherr, die Deutsche Bahn hatten sich auf Kosten in Höhe von 572 Mio. Euro festgelegt, die Fertigstellung sollte 2009 erfolgen.

Dabei war im Vertrag geregelt, wer wie sehr zur Kasse gebeten wird: Der Freistaat sollte 182 Millionen Euro zahlen, die EU 168 Millionen, der Bund 191 Millionen und die Bahn 16 Millionen Euro. Auf Leipzig entfiel eine Restsumme von 12 Millionen Euro, die man bereit war, zu zahlen.

Sieben Jahre später war der City-Tunnel in Leipzig immer noch nicht fertig. Das Projekt hatte sich massiv verzögert. Nun sollen erst im Dezember 2013 die ersten Züge durch die Tunnelröhren fahren. Die dadurch entstandenden Mehrkosten hatten sich mittlerweile um 390 Millionen Euro fast verdoppelt – und wieder wurde festgelegt, wer zahlt.

Während die EU, das Land Sachsen und die Bahn nun weiter kräftig in den eigenen Geldbeutel greifen müssen, weigert sich Leipzig, mehr zu zahlen. Vertraglich geregelt seien nur die 12 Millionen Euro.

Das sieht der sächsische Rechnungshof nun anders. Die Verantwortlichen in Dresden prüfen nun, inwiefern man die Kommune an den Mehrkosten beteiligen kann. Gerade die Kosten der rund 20 Sonderwünsche, die Leipzig geäußert hat, soll die Stadt nun selber tragen. Das wären ca. 23 Millionen Euro.

Ein erbitterter Streit zwischen Stadt und Land steht wahrscheinlich bevor.

Quelle: Leipzig Fernsehen

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