Krawalle in der Odermannstraße

Am Samstagabend fand auf dem Gelände der Odermannstraße 8 in Lindenau eine Party statt.

Gegen 22 Uhr erhielt die Polizei einen Anruf von einem Bürger, der sich über massiven Lärm aus dem Haus beklagte. Da beim Eintreffen der Polizei keine laute Musik zu hören war und auch sonst keinerlei Vergehen vorlagen, wurde entschieden den Bereich um die Odermannstraße verstärkt zu bestreifen. Die Lage vor Ort war ruhig und es gab keine weiteren nennenswerten Vorkommnisse.

Gegen 02:45 Uhr konnte durch die Beamten beobachtet werden, dass zwei Personen von einer Gruppe, aus der Odermannstraße 8, verfolgt wurden. Die Polizei verfolgte diese Personen. Die beiden männlichen Personen wurden in der Josefstraße von Polizeibeamten angehalten und befragt – sie machten allerdings keinerlei Aussage. Beide waren unverletzt.

Auf dem Rückweg zur Odermannstraße sahen die Beamten plötzlich auf der Lützner Straße 20 Personen stehen. Aus dieser Gruppe wurden mit Flaschen und Feuerwerkskörpern nach dem Einsatzfahrzeug geworfen, so die Aussage der Beamten. Eine Flasche zersprang zwischen Motorhaube und Frontscheibe und traf hier die Plasteabdeckung des Scheibenwischers. Die Polizeibeamten zogen sich zunächst zurück und sahen noch, dass diese Gruppe in der Odermannstraße 8 verschwand.

Die Bereitschaftspolizei wurde zur Verstärkung zum Ort gerufen und es begann das konsequente Einschreiten der Polizei. Die Odermannstraße wurde auf beiden Seiten in der Zeit von 04.10 bis 06.45 Uhr für die Durchführung der polizeilichen Maßnahmen gesperrt. Die LVB leitete in dieser Zeit den Straßenbahnverkehr um. Der Einsatzleiter nahm das Haus der Odermannstraße 8 ins Visier. Am Eingangstor wurde durch einen, zunächst unbekannten Täter, durch den Zaun eine größere Menge Reizgas gesprüht. Es kam zu leichten Augenreizungen von zwei Polizeibeamten.

Die Polizeibeamten betraten daraufhin das Gebäude. Dem Hausbesitzer wurde unmissverständlich bekanntgegeben, dass eine Identitätsfeststellungen von allen Personen, die sich im Grundstück befinden, durchgeführt wird. Die Polizei erhob daraufhin 46 Identitätsfeststellungen. Während der Identitätsfeststellung verhielten sich die Personen aggressiv, wo es unter anderen zum erneuten Wurf einer Flasche und Widerstandshandlungen gegen Polizeibeamte kam.

Der 26-jährige Täter konnte identifiziert werden. Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet. Außerdem wurde noch gegen einen weiteren 26-jährigen Tatverdächtigen ein Verfahren wegen Widerstand und Beleidigung, gegen einen 28-jährigen Tatverdächtigen ein Verfahren wegen Widerstand und gegen einen 25-jährigen Tatverdächtigen wegen gefährlicher Körperverletzung (Verdacht des Sprühens mit Reizgas) eingeleitet.

Gegen 7 Uhr am Sonntagmorgen waren die polizeilichen Maßnahmen vor Ort abgeschlossen. Es wurden mehrere Ermittlungsverfahren wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Sachbeschädigung und gefährliche Körperverletzung eingeleitet.