Kreditkarte vs. Debitkarte: Was lässt sich sinnvoller nutzen?

Das bargeldlose Zahlen hat sich nicht erst in den letzten Monaten bewährt. Viele Menschen greifen direkt zur EC-Karte, auch als Debitkarte bekannt. Doch auf der anderen Seite stehen die Kreditkarten im Mittelpunkt, die doch auch in Geschäften anerkannt werden. Aber wann ist es sinnvoll, die Kreditkarte zu zücken und wann lohnt sich die Zahlung eher mit der Debitkarte? Dieser Artikel schaut sich die Unterschiede einmal an.

Kreditkarte: Auf Reisen und im Internet oft die bessere Wahl

Die Kreditkarte bietet durchaus einige Vorteile. Ein großer Vorteil ist sicherlich, dass die Zahlung nicht direkt vom Konto abgebucht wird, sondern dass der Kreditkartenbesitzer noch etwas Zeit bis zur Abrechnung hat. Grundsätzlich ist die Kreditkarte jedoch auf Reisen günstig:

© SACHSEN FERNSEHEN
  • Anerkennung – die meisten Kreditkarten besitzen eine große Anerkennung, sodass mit ihnen in vielen Ländern und dort fast überall gezahlt werden kann.
  • Kosten – welche Kosten für die Auslandsnutzung entstehen, hängt von der Kreditkarte und den Konditionen ab. Bei der Wahl der Kreditkarte sollte daher die geplante Nutzung immer im Vordergrund stehen. Allgemein ist die Nutzung jedoch günstiger als die der Debitkarte im Ausland.
  • Bargeld – über die Kreditkarte kann auch im Ausland Bargeld abgeholt werden. Auch hier muss auf die Kosten geachtet werden.
  • Prepaid – neben der normalen Kreditkarte gibt es Prepaid-Kreditkarten, die mit einem Guthabenkonto verbunden sind. Der Nutzer lädt zuerst Geld auf das Konto und kann nun die Kreditkarte im Rahmen des Guthabens verwenden. Diese Karten sind ideal, um die Ausgaben im Überblick zu behalten, zudem sind sie natürlich besonders sicher, da keine Anbindung zum Bankkonto besteht. Darüber hinaus lässt sich eine solche Kreditkarte ohne Schufa beantragen, da ja keine Kreditgewährung erfolgt. Auch bei der Internetzahlung punkten Kreditkarten. Vielfach werden bei internationalen Anbietern gar keine Lastschrifteinzüge angeboten, auch die Debitkartenzahlung funktioniert nicht. Bei der Verknüpfung mit mobilen Zahlungsweisen wie Google Pay oder Apple Pay kann oft nur eine Kreditkarte hinterlegt werden, nicht aber das Bankkonto. Somit ist für den Verkehr im Internet die Kreditkarte häufig unumgänglich.

Debitkarte: Im Supermarkt und Co. die Nummer 1

Die EC-Karte funktioniert unterschiedlich. Während die Kreditkarte zuerst Zahlungen auf das Kreditkartenkonto bucht und die Gesamtsumme zum festgelegten Zeitpunkt vom Bankkonto abbucht, so agiert die EC-Karte direkt mit dem dazugehörigen Bankkonto. Im Überblick:

  • Wertstellung – die Zahlung wird direkt, spätestens aber nach drei Tagen, wertgestellt. Die langen Fristen sind heute immer seltener, da auf neuere Verfahren umgestellt wurde. Spät wird das Konto im Regelfall nur noch bei EC-Kartenzahlungen an Terminals belastet, die noch mit Unterschrift arbeiten. Sämtliche Terminals, die via NFC-Funktion arbeiten, stellen die Lastschriften direkt fällig.
  • Nutzung – im örtlichen Handel ist die EC-Karte das Maß aller Dinge. Sie wird überall anerkannt und ist mit das gängigste Zahlungsmittel. Mittlerweile können Debitkarten auch digitalisiert werden, sodass mobil mit ihnen über das Smartphone gezahlt werden kann.
  • Kosten – die Nutzung der EC-Karte ist kostenlos, jedoch fallen natürlich Buchungsgebühren abhängig vom Girokonto an. Bargeld können Nutzer kostenlos an den Automaten der eigenen Bank abholen, bei Fremdautomaten wird eine durchaus deftige Gebühr fällig. Dies ist bei Kreditkarten ebenso.

Aber welche Karte sollte nun genutzt werden? Hebt sich eine besonders hervor?

Die Nutzung von Debit- und Kreditkarten

Grundsätzlich schließen sich die Karten nicht aus, sondern geben sich als Zahlungsmittel die Hand und ergänzen sich eher. Eine Debitkarte erhält jeder Kunde, sobald er ein Girokonto eröffnet. Sie gehört schlichtweg mit zum Konto dazu und steht somit auch für die Nutzung offen. Bei der Kreditkarte ist das ein wenig anders:

  • Beantragung – zwar gibt es Konten, zu denen auch eine Kreditkarte dazugehört, doch muss diese wiederum beantragt werden. Direkt ausgehändigt wird sie nur selten.
  • Limit – für die Nutzung der EC-Karte ist der Kontostand und gegebenenfalls der Dispo das Limit. Anders ist es bei der Kreditkarte. Sie hat ein eigenes Limit, welches vom Kunden festgelegt werden kann, sofern sein Wunsch in dem Rahmen ist, den die Bank bewilligen würde.
  • Übersicht – bei der EC-Karte reicht ein Blick auf das Girokonto und die vorgemerkten Lastschriften, um zu sehen, wie der Kontostand ist. Bei der Kreditkarte kann die Übersicht durchaus schwieriger sein. Wird sie oft eingesetzt, summieren sich die Kosten und werden erst mit der Kreditkartenabrechnung sichtbar. So mancher Kreditkartennutzer war schon schockiert, weil er sein Limit ausgereizt hatte. Gerade für den Beginn und oder bei niedrigem Einkommen empfiehlt es sich daher, das Kreditkartenlimit äußerst übersichtlich zu halten. Denn zum Abrechnungszeitpunkt wird die Kreditkartenzahlung fällig – wer nun plötzlich hohe Abbuchungen hat, der könnte in finanzielle Nöte kommen.

Die Prepaid-Kreditkarte umgeht die Tücken der Kreditkarte, denn die Übersicht ist durch das Guthabenkonto immer gegeben. Werden beispielsweise 500,00 Euro eingezahlt, so stehen auch nur diese 500,00 Euro zur Verfügung. Dabei ist diese Guthabenkreditkarte auch in Geschäften und im Internet anerkannt. Nur für Reisen müssen sich Nutzer im Vorfeld informieren, inwieweit die Karte am Reiseziel genutzt werden kann.

Generell geben sich Kreditkarten und Debitkarten die Hand. Ohne eine Debitkarte gibt es keine Kreditkarte, da ein Konto vorausgesetzt wird. Einzig die Prepaid-Lösung könnte theoretisch auf ein Girokonto verzichten. Bezüglich der Anwendung muss jeder für sich entscheiden, welche Lösung praktikabel und natürlich kostengünstig ist. Der dauerhafte Einsatz einer Kreditkarte lohnt sich jedoch nicht.

Wir fassen zusammen

Die Debitkarte hat jeder Girokontennutzer im Geldbeutel. Sie gehört fest zum Konto dazu und bietet die leichte Zahlung im örtlichen Handel. Die Kreditkarte hingegen erlaubt für eine gewisse Zeitspanne die Bezahlung auf Pump, denn die Rechnung wird erst später vom hinterlegten Girokonto abgebucht. Dies kann zu Problemen führen, denn wer nicht aufpasst, der verliert schnell die Übersicht über getätigte Zahlungen. Gerade im Urlaub ist das häufig der Fall, da dort viel mit der Kreditkarte bezahlt wird. Wer sich im Urlaub gezielt absichern möchte, der kann zusätzlich die Prepaid-Kreditkarte nutzen und über deren Guthaben beispielsweise Restaurantbesuche oder Veranstaltungen bezahlen.