Kripochefs deutscher Großstädte tagen erstmals in Dresden

Dresden – Die Dresdner Kripo ist Gastgeber der diesjährigen Arbeitstagung der Kripochefs deutscher Großstädte mit über 400.000 Einwohnern. Bereits zum neunten Mal veranstaltet der Fachbereich Kriminalistik der Deutschen Hochschule für Polizei in Münster-Hiltrup den Informationsaustausch.

LEITENDER KRIMINALDIREKTOR VOLKER LANGE, Dresdens Kripo-Leiter: „Kriminalität in der Großstadt unterscheidet sich vom Land. Gleichzeitig macht sie aber an der Stadt- oder Landesgrenze nicht halt. Es ist daher nur konsequent, wenn sich auch die deutsche Kriminalpolizei gut untereinander vernetzt, sodass alle bei den vielen aktuellen Herausforderungen auf Ballhöhe bleiben.“ So werden die Teilnehmer strategische Ansätze zur beweissicheren Festnahme überregional agierender Täter, die vor allem ältere Menschen betrügen, sich als falsche Polizeibeamte oder angebliche Anwaltskanzleien ausgeben oder tolle Gewinne im Glücksspiel gegen Vorabzahlung von Gebühren anpreisen, abgleichen.

VOLKER LANGE: „Betrüger, die sich als Polizeibeamter ausgeben, tauchten erstmals im April 2015 in Dresden auf. Im Rahmen unserer Ermittlungen haben wir knapp 70 Telefonleitungen überwacht. Dadurch konnten wir nicht nur Strukturen aufhellen, sondern auch bundesweit zahlreiche Straftaten vereiteln und so letztlich einen Schaden von knapp 900.000 Euro verhindern.“

Zwei weitere zentrale Themen der Tagung beschäftigen sich mit dem Aufbau von Sonderkommissionen (Soko) im Falle terroristischer Anschläge sowie der Erörterung von Strafverfolgungskonzepten, die bei den Ermittlungen gegen größere Menschengruppen umgesetzt wurden wie zum Beispiels anlässlich bei den Gewalttaten des sogenannten schwarzen Blocks beim G20 Gipfel in Hamburg, den vorwiegend durch Migranten begangenen Übergriffen zu Silvester 2016 in Köln oder bei den Ausschreitungen anlässlich der Einweihung der Europäischen Zentralbank in Frankfurt/Main.
Ein weiteres Thema betrifft das Europa der offenen Grenzen. Reisende Täter können binnen weniger Stunden halb Europa durchqueren, immer stärker ist deshalb auch die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den Kriminalisen europäischer Städte gefragt. Beispiele dafür gibt es in vielen allen Regionen, so im direkten Grenzbereich zwischen Usti nad Labem und Dresden oder auch zwischen München und Budapest.

VOLKER LANGE: „Auch wenn die Kriminalitätsbelastung in Deutschlands Großstädten unterschiedlich ist, sind die aktuellen Herausforderungen im Kern doch die gleichen. Die Komplexität vieler Ermittlungen, die umfangreichen Bandenverfahren, der langwierige Einsatz technischer Mittel wie der Telefonüberwachung beschäftigen die Kollegen in Hamburg, Berlin oder Stuttgart genauso wie uns in Dresden.“

© Polizei Sachsen