Künftig auch Abschlusszeugnisse an Schulen zur Lernförderung

Geistig behinderte Menschen können nach 9- bzw. 12-jähriger Schulzeit ein Zeugnis erlangen.

Auch an Schulen zur Lernförderung und an Schulen für geistig Behinderte wird ab dem neuen Schuljahr nach der neun- bzw. zwölfjährigen Schulzeit ein Abschlusszeugnis vergeben. Die Schüler an Schulen zur Lernförderung müssen dafür im Abschlussjahr eine lebenspraktisch orientierte komplexe Leistung erbringen. Außerdem müssen sie in allen Fächern mindestens die Note „ausreichend“ (vier) erreichen. Für Schüler der Schulen für geistig Behinderte ist der Abschluss mit der Erfüllung des individuellen Förderplanes verknüpft. Die neue Regelung ist ab 1. August dieses Jahres in Kraft. Ähnliche Regelungen gibt es auch in anderen Bundesländern.

Bisher erhielten diese Schüler in der Regel lediglich ein Abgangszeugnis oder Zeugnis zur Schulentlassung. Sie galten somit als Schüler ohne Abschluss. In Einzelfällen konnten Schüler den Hauptschulabschluss gesondert ablegen.

„Wer erfolgreich eine Schule besucht, sollte am Ende auf jeden Fall ein Abschlusszeugnis erhalten“, so Kultusminister Roland Wöller. Dies sei ein Ausdruck von Qualität der sonderpädagogischen Förderung. Außerdem würden so die Anstrengungen der Schüler eine höhere Wertschätzung erfahren. Gerade Schüler, denen das Lernen nicht so leicht von der Hand geht, brauchen Motivation und ein Ziel vor Augen.

Ein Abschlusszeugnis verbessere auch die Perspektiven im weiteren Leben.
Die Schule zur Lernförderung wird von Schülern besucht, die einen besonderen Förderbedarf im Bereich des Lern- und Leistungsverhaltens haben. Diese Schwierigkeiten sind oft mit Beeinträchtigungen in den grundlegenden Bereichen der Lernentwicklung verbunden. Deshalb benötigen die Schüler eine besondere Unterstützung, um die Schule erfolgreich abzuschließen.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus

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