Kürzung der Solarförderung – SOLARWATT in Dresden betroffen

Die Streiks Anfang Februar, woran sich ca. 430 Mitarbeiter der Firma SOLARWATT in Dresden beteiligten, sind ungehört geblieben. Die schwarz-gelbe Koalition in Berlin hat sich am Dienstag auf die Absenkung der Solarförderung geeinigt. +++

Die schwarz-gelbe Koalition hat sich offenbar auf eine Kürzung der Solarförderung verständigt. Das verlautete am Dienstag aus Koalitionskreisen. Demnach solle die Subventionierung von Dachanlagen und Anlagen auf Freiflächen zum 1. Juli um 16% gekürzt werden. Zugleich habe sich die Unions-Fraktion mit ihrem Wunsch durchgesetzt, Anlagen auf Ackerflächen nicht mehr in die Förderung aufzunehmen. Das entsprechende Gesetz soll in Kürze ins Kabinett eingebracht werden.

Aus einer Pressemitteilung Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag:

Die Einigung der Koalitionspartner in Berlin zur Absenkung der Solarförderung kommentiert Johannes Lichdi, energiepolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag: „Wenn die Bundesregierung die Absenkung jetzt auf den 1. Juli verschieben will, der Abschlag aber dafür mit 16 Prozent noch höher ausfallen soll, dann droht nach der Chipindustrie die nächste Zukunftstechnologie in Sachsen in den Sand gesetzt zu werden.“

„Die sächsische Solarbranche wird mit der beabsichtigten ‚Sonder-Absenkung‘ der Solarstrom-Vergütung nach Studien des FRAUNHOFER-INSTITUTS FÜR SOLARE ENERGIESYSTEME (ISE) und der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) bereits ab der zweiten Jahreshälfte 2010 nicht mehr in der Lage sein, mit den ostasiatischen Photovoltaik-Herstellern mitzuhalten.“

„Die Fördersätze dürften nach Einschätzung der Wissenschaftler maximal um sechs Prozent sinken. Bei stärkerer Absenkung müssten die Unternehmen ihre Forschungs- und Entwicklungsetats kürzen. Sie brauchen diese Gelder jedoch dringend, da ansonsten die Technologieführerschaft insbesondere bei den effizienten Anlagen für Dächer und Fassaden verloren geht.“

Sehen Sie hier im Folgenden ein Video über die Streiks von SOLARWATT in Dresden Anfang Februar.

Hintergrund zur Firma SOLARWATT AG mit Sitz in Dresden: 

Seit 1993 ist das ursprüngliche Zwei-Mann-Unternehmen SOLARWATT kontinuierlich gewachsen und beschäftigt heute über 400 Mitarbeiter. Mit Investitionen im mittleren zweistelligen Millionenbereich wird 2010 die Produktion in Dresden weiter ausgebaut. Dadurch sollen weitere 150 Arbeitsplätze entstehen. Sollte der vorliegende Gesetzesentwurf umgesetzt werden, könnte SOLARWATT nicht wie geplant neue Stellen schaffen sondern müsste in erheblichem Umfang Personal abbauen.  

Über SOLARWATT: Die SOLARWATT AG mit Sitz in Dresden ist einer der führenden Hersteller von Solarmodulen in Deutschland. Seit der Gründung im Jahr 1993 ist das Unternehmen kontinuierlich gewachsen und beschäftigt aktuell 430 Mitarbeiter. Der Umsatz für das Jahr 2009 betrug 296 Millionen Euro. Zu den Produkten gehören Standardmodule für solare Kraftwerke und zur Gebäudeintegration (BIPV), Kleinmodule sowie Sondermodule für anspruchsvolle Architektur. Ein weiterer Geschäftsbereich befasst sich mit der Umsetzung schlüsselfertiger Projekte. Das Leistungsspektrum der Module erstreckt sich von 2 Watt bis 320 Watt.

Quelle: SOLARWATT AG

++
Immer aktuell informiert – mit dem DRESDEN FERNSEHEN Newsletter!