Kürzungen im Schienennahverkehr

Ist mein Zug schon abgefahren? Am Montagmorgen haben viele Bahnreisende zuerst einen prüfenden Blick auf die Anzeigetafeln werfen müssen.

Denn seit Sonntag ist der aktuelle Winterfahrplan in kraft. Doch der ein oder andere wird dabei einen Schreck bekommen haben. Nicht nur die Preise sind gestiegen, es fahren auch weniger Züge.

Die Deutsche Bahn zieht die Preisschraube an. Allein im Nahverkehr werden die Tickets um 2,7 Prozent teuerer. Bei Fernverbindungen muss sogar knapp 4 Prozent mehr bezahlt werden.

Preissteigerungen gibt es auch bei Wochen-, Monats- und Jahreskarten, sowie bei Sonderfahrkarten wie „Schönes Wochenende“ und bei der BahnCard.

Der Fahrplanwechsel hält aber auch noch andere böse Überraschungen bereit. So hat der Verkehrsverbund Mittelsachsen mit dem neuen Fahrplan zahlreiche Züge gestrichen. Betroffen von den Kürzungen sind fast alle VMS-Linien, vor allem Angebote in den Morgen- und Abendstunden. Fast jede elfte Bahn musste aus dem Programm genommen werden.

Silke Dinger Sprecherin VMS

Grund für die Einschnitte sind die Kürzungen der Zuschüsse durch den Freistaat Sachsen. Dieser gibt insgesamt rund 35 Millionen Euro weniger für den Schienennahverkehr aus.
Die Verkehrsbetriebe können dadurch weniger Leistungen bestellen. Für den VMS bedeutet das ein Minus von 8,5 Prozent.

Silke Dinger Sprecherin VMS

Zumindest werden die Kosten nicht auf die Preise für Bus und Straßenbahn umgelegt. Neben der Reduzierung des Zugangebotes versucht der VMS bei eigenen Bauvorhaben den Rotstift anzusetzen. Hoffnung auf Besserung ist leider nicht in Sicht.

Silke Dinger Sprecherin VMS

Im schlechtesten Fall könnte sich Chemnitz dann in gut zwei Jahren über einen fertig sanierten, modernen Bahnhof freuen, von dem aber dann kaum noch Züge abfahren oder ankommen.

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Änderungen Fahrplan 2011/2012 Verkehrsverbund Mittelsachsen:
KBS 506 Leipzig – Döbeln – Meißen
Zwischen Grimma ob. Bhf. und Nossen kommt es zu einer Reduzierung auf einen 1-Stunden-Takt montags bis freitags mit einzelnen Taktlücken am Vormittag und am Abend bzw. einen 2-Stunden-Takt am Wochenende.

KBS 510 Dresden – Chemnitz – Zwickau – Plauen – Hof
Wegen der Finanzmittelkürzungen können nur noch die nachfragestärksten Verdichterleistungen (Zwickau Hbf. ab 06:07, 14:05 und 16:05 Uhr, Chemnitz Hbf. ab 07:04, 15:03 und 17:03 Uhr) angeboten werden.
 
KBS 514 Freiberg – Holzhau
Samstags, sonn- und feiertags wird grundsätzlich ein durchgehender 2-Stunden-Takt (also nunmehr auch samstags) angeboten. Zu Ostern, Christi Himmelfahrt, Pfingsten und zum „Tag der Sachsen“ in Freiberg wird auf einen 1-Stunden-Takt verdichtet.
In den Winter-, Oster-, Sommer- und Herbstferien wird der eingeschränkte Betrieb im 2-Stunden-Takt nun auf der Gesamtstrecke angeboten.

KBS 516 Chemnitz – Hainichen
Das SPNV-Angebot zwischen Chemnitz und Hainichen wird montags bis freitags um ein Zugpaar morgens in Richtung Hainichen abends in Richtung Chemnitz Hbf. reduziert.

KBS 517 Chemnitz – Flöha – Annaberg- Buchholz – Bärenstein – Vejprty
Es kommt u.a. zu einer Reduzierung zwischen Annaberg-Buchholz Süd und Cranzahl montags bis freitags um zwei Züge und samstags, sonn- und feiertags um einen Zug. Auf dem Abschnitt Cranzahl – Vejprty (Weipert) fahren nachfrageorientiert ausschließlich an Samstagen, Sonn- und Feiertagen drei Zugpaare.

KBS 519 Chemnitz Hbf. – Flöha – Pockau-Lengefeld – Olbernhau/ Marienberg
Montags bis freitags entfällt ein Zug am frühen Morgen in Richtung Chemnitz sowie ein Zug abends in Richtung Olbernhau. Der erste Zug nach Olbernhau startet erst in Pockau-Lengefeld, der letzte Zug von Chemnitz (Abfahrt um 22:09 Uhr) endet montags bis donnerstags in Pockau-Lengefeld und fährt nur freitags, samstags, sonn- und feiertags weiter bis Olbernhau.
Insbesondere wegen der touristischen Bedeutung von Olbernhau-Grünthal wurde nach Möglichkeiten gesucht, die Bedienung des Abschnitts Olbernhau – Olbernhau-Grünthal trotz Kürzungen weiterzuführen.

Elf Zugpaare fahren weiterhin montags bis freitags, sechs Zugpaare fahren samstags, sonn- und feiertags bis Olberhau-Grünthal.

Im Gegenzug müssen montags bis freitags zwei Züge zwischen Pockau-Lengefeld und Olbernhau (Pockau-Lengefeld ab 08:19 Uhr; Olbernhau ab 08:41 Uhr) entfallen.
KBS 523 Stollberg – St. Egidien – Glauchau

Anders als im Fahrplanbuch veröffentlicht, werden ab 11. Dezember 2011 an Werktagen zwischen Stollberg und St. Egidien weiterhin acht Züge von und nach Glauchau fahren (Ausnahme Sommerferien 23.07.- 31.08.2012).
 
KBS 524 Chemnitz – Thalheim – Aue
Der montags bis freitags erste Zug von Chemnitz fährt nunmehr durchgehend nach Aue (Ankunft um 06:21 Uhr). Samstags, sonn- und feiertags verkehrt das bislang nach Johanngeorgenstadt durchgehende Zugpaar nur noch zwischen Chemnitz und Aue und bedient alle Verkehrsstationen. Außerdem entfällt samstags, sonn- und feiertags abends ein Zug nach Chemnitz und der abendliche Zug um 20:10 Uhr von Chemnitz nach Thalheim verkehrt nur noch freitags und samstags.

KBS 525 Chemnitz – Burgstädt
Um auf der KBS 523 das Angebot im Schulverkehr aufrecht erhalten zu können, entfällt auf der Strecke 525 Chemnitz – Burgstädt in den Abendstunden zwischen 20 und 21 Uhr täglich je ein Zug pro Richtung.

KBS 530 Leipzig – Altenburg – Werdau – Zwickau – Reichenbach – Plauen – Hof
Linie RB 130 (Leipzig) – Altenburg – Gößnitz – Zwickau/Glauchau
Für die RB 130 wurde im Fahrplan 2011/2012 ein neues Angebotskonzept entwickelt. Dieses beinhaltet eine „Verschwenkung“ des südlichen Endpunktes der Linie RB 130 nach Glauchau, so dass dort ein Anschluss an die Züge auf der Sachsen-Franken-Magistrale entsteht:
Mit dieser „Verschwenkung“ der Linie RB 130 kann die Anbindung des Bereiches Glauchau – Meerane an Leipzig auf der dann ausgebauten Strecke Glauchau – Gößnitz wesentlich verbessert werden (Reisezeit zwischen Meerane und Leipzig etwas über einer Stunde). Nachteile für die Anbindung von Zwickau an Leipzig treten hingegen nicht auf, da wegen der Unterbrechung der Linie RB 130 in Altenburg ohnehin keine durchgehende Verbindung nach Leipzig mehr gegeben ist.

Linie RE 8 Leipzig – Werdau – Zwickau
Aufgrund des veränderten Bedienungskonzeptes der Linie RB 130 halten die Züge der Linie RE 8 im Fahrplan 2011/2012 zusätzlich in Lehndorf, Ponitz, Schweinsburg-Culten und in Werdau Nord. Damit werden diese Halte wieder mindestens zweistündlich und umsteigefrei an Leipzig angebunden. Die bestehenden Anschlüsse in Zwickau Hbf. (Anschlussknoten zur vollen Stunde) werden weiterhin gewährleistet.
 
Linie RE 16 Leipzig – Werdau – Plauen – Adorf/Hof
Die Angebotserweiterung auf der Linie RE 16, welche bereits im laufenden Fahrplan 2010/2011 seit dem  1. November 2011 besteht, wird auch nach dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2011 fortgesetzt.

Es verkehren wieder vier Zugpaare der Linie RE 16 zwischen Altenburg und Leipzig, welche analog zur Linie RE 8 halten. Durch die Reisezeitverkürzung haben die betreffenden Züge der Linie RE 16 wieder Anschluss zum bzw. vom ICE in bzw. aus Richtung Berlin. Die anderen Halte werden durch zusätzliche Züge der Linie RB 130 zwischen Leipzig Hbf. und Altenburg bedient.
Zusätzlich zur Direktverbindung mit der Linie RE 8 ist die Stadt Zwickau damit jeden Tag auch wieder viermal pro Richtung mit Umsteigen in Werdau an den Fernverkehrsknoten Leipzig und damit an den ICE in und aus Richtung Berlin angebunden. Da die übrigen drei Zugpaare der Linie RE 16 zwischen Leipzig Hbf. und Altenburg weiterhin alle Halte bedienen, besteht dort kein ICE-Anschluss in bzw. aus Richtung Berlin.

KBS 535 Zwickau – Aue – Johanngeorgenstadt
Das Angebot wird samstags, sonn- und feiertags jeweils mittags und abends reduziert. Mittags entfällt zwischen Schwarzenberg und Johanngeorgenstadt ein Zugpaar, abends nach 23:00 Uhr entfallen jeweils die letzten Züge auf den Abschnitten Schwarzenberg – Johanngeorgenstadt und Aue – Schwarzenberg sowie der letzte Zug von Johanngeorgenstadt nach Zwickau. Ebenfalls entfällt der bisher nur in den Nächten Samstag/Sonntag und Sonntag/Montag angebotene Zug kurz nach 00:00 Uhr von Zwickau nach Aue.

Das bislang samstags, sonn- und feiertags zwischen Chemnitz und Johanngeorgenstadt durchgehende Zugpaar endet und beginnt in Aue und fährt damit nicht mehr zwischen Aue und Johanngeorgenstadt (siehe auch KBS 524). Es besteht alternativ eine Verbindung mit einmaligem Umsteigen in Aue.