Kulturhauptstadt – Chemnitz will Bewerbung einreichen

Chemnitz – Chemnitz als „Europäische Kulturhauptstadt 2025“? Im August dieses Jahres hatte die Chemnitzer Rathausspitze erstmals bekannt gegeben, dass sie sich um den renommierten Titel bewerben möchte.

Doch bevor sich die Stadt in den Wettbewerb mit anderen deutschen Städten wie Magdeburg, Dresden oder Nürnberg begibt, wollten die Verantwortlichen erst einmal die Meinung der Chemnitzerinnen und Chemnitzer dazu hören. Also fanden in den vergangenen Monaten verschiedene Gesprächsrunden zu dem Thema statt, in denen sich Bürger zu einer möglichen Bewerbung äußern konnten.

Die überwiegend positiven Rückmeldungen aus diesen Foren haben die Stadtverwaltung jetzt überzeugt, eine offizielle Beschlussvorlage für den Chemnitzer Stadtrat auszuarbeiten. Dieser soll die Teilnahme am Bewerbungsverfahren zu Kulturhauptstadt Europas mit seiner Zustimmung in der Sitzung am 25. Januar 2017 auf den Weg bringen.

Der Bewerbungsprozess ist dabei nicht billig – rund eine Million Euro sollen für dieses Projekt bis 2020 bereit gestellt werden. Laut dem Leiter des Chemnitzer Kulturbetriebes Ferenc Czák klug investiertes Geld, denn allein aufgrund der Bewerbung würden viele wichtige kulturelle Projekte angeschoben.

Der Titel „Europäische Kulturhauptstadt“ würde auf vielen Ebenen die Stadt voranbringen und nicht zuletzt das verzerrte Image von Chemnitz aufwerten. Am 11. Januar 2017 findet dazu ein erneuter Debattennachmittag im Kleinen Saal der Stadthalle statt, zu dem Vertreter aus Bund, Land und anderen Städten eingeladen sind.

Stimmt der Stadtrat zu, wird eine Lenkungsgruppe unter Vorsitz der Oberbürgermeisterin gebildet, die inhaltliche Schwerpunkte für die Bewerbung setzen soll. Die letztliche Ausgestaltung soll in enger Zusammenarbeit mit engagierten Chemnitzer Bürgern und Vereinen geschehen.

Eine Bewerbung als Kulturhauptstadt müsse aus der Mitte der Gesellschaft kommen, sonst hätte sie keine Chance, betonte Ferenc Czák. Die Abgabe der Bewerbungsunterlagen würde laut Zeitplan Ende 2019 erfolgen.