Kulturpalast wird wieder zum Leben erweckt

Chemnitz – Glänzende Kinderaugen, ausgelassene Tanzabende und später Fernsehübertragungen in atemberaubender Kulisse – ein Ort, der viele Erinnerungen birgt, wurde in den vergangenen Jahren dem Verfall überlassen.

Die Rede ist vom ehemaligen Kulturpalast Rabenstein.

Nachdem sich die Pforten zur Jahrtausendwende endgültig schlossen, geriet der Ort bei vielen in Vergessenheit. Genau solche Plätze haben jedoch einen gewissen Charme und werden vom Begehungen e.V. wieder zum Leben erweckt – so auch der ehemalige Kulturpalast. Ab Donnerstag wird das historische Gebäude ein Stück seines Glanzes zurückerhalten und alle Interessierten mit auf die Reise in die Vergangenheit nehmen. Denn dann geht das Kunst- und Kulturfestival „Begehungen“ in die mittlerweile 14. Runde.

26 ausgewählte, internationale Künstlerinnen und Künstler durften in den vergangenen Wochen das Motto „Institut Potemkin“ auf ihre Art interpretieren. Herausgekommen sind ganz unterschiedliche Werke.

Die Legende um die Potemkinschen Dörfer besagt, wie der russische General Potemkin seine Herrscherin Katharina die Große täuschte. Als diese die von ihm eroberten Dörfer sehen wollte, führte er sie durch bemalte Bühnenbilder.

Während es die Potemkinschen Dörfer in Wahrheit nicht gab, soll beim Festival jedoch der Gedanke dahinter im Fokus stehen. Dabei soll es jedoch nicht nur um Lug und Trug gehen, sondern die Künstler sollen Verborgenes für die Öffentlichkeit sichtbar machen und dabei ihre Umgebung mit einbeziehen. Dies gelingt auf ganz unterschiedliche Weise.

Und nicht nur vereinzelte Räume wurden wieder zum Leben erweckt, sondern so ziemlich das gesamte Gelände kann von den Besuchern begangen werden. Alle nicht abgesperrten Bereiche sind dabei weitestgehend barrierefrei zu erreichen.

Die Aufbauarbeiten im ehemaligen Kulturpalast laufen momentan noch auf Hochtouren. Denn am Donnerstag, 18:30 Uhr, wird das Festival feierlich eröffnet.

Besucher können sich dann bis Sonntagabend auf ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm freuen, bei dem Kunst, Musik und Film im Mittelpunkt stehen – also ganz wie in alten Zeiten.

Alle Interessierten werden bei den Begehungen letztmalig die Möglichkeit haben, das historische Gemäuer zu besichtigen, da aus dem Vordergebäude in naher Zukunft ein Wohnhaus entstehen soll. Dafür müssen jedoch einige hintere Gebäudeteile abgerissen werden.