Kunstministerin Sabine von Schorlemer verleiht Lessing-Preis

Monika Maron, Renatus Deckert und Andreas Heidtmann wurden ausgezeichnet.

Den alle zwei Jahre ausgelobten Lessing-Preis des Freistaates Sachsen für herausragende Leistungen im Geiste Lessings auf dem Gebiet der Literatur, der Literaturkritik und des Theaters übergab heute die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Sabine von Schorlemer, in Kamenz. Damit eröffnete die Staatsministerin auch die 46. Kamenzer Lessing-Tage, die ganz im Zeichen des Verhältnisses Gotthold Ephraim Lessings zur Antike, den vielfältigen Auseinandersetzungen des Dichters der Aufklärung mit der Kunst und dem Theater des Altertums stehen.

„Es gab in der deutschen Geschichte wiederholt Zeiten, in denen Lessing nicht zufällig unter eine dicke Schicht Staub und Goldschnitt in die bürgerlichen Bücherschränke verbannt wurde oder selbsternannte Meinungsführer sich seiner in streng interessegeleiteter Auswahl bedienten. Doch wir Heutigen können selbstbewusst genug sein, uns auf den ganzen Lessing einzulassen, den Staub von den alten Papieren zu blasen und festzustellen, dass er einer von uns ist. Ja, wir können uns wünschen, heute in Literatur, Theater und Publizistik ebenso wie in allen übrigen Lebensbereichen mehr Frauen und Männer von seiner geistigen Statur zu haben“, führte die sächsische Kunstministerin in ihrem Grußwort aus.

Anschließend übergab Sachsens Kunstministerin die Lessing-Preise des Freistaates Sachsen an die drei diesjährigen Preisträger Monika Maron, Renatus Deckert und Andreas Heidtmann.

„Das Lessing-Kuratorium sieht in der Berliner Schriftstellerin Monika Maron eine Autorin, die mit ihrer Unabhängigkeit und Zivilcourage sowie mit ihrer poetischen Zeitgenossenschaft in der Nachfolge Lessings steht“, zitierte Ministerin von Schorlemer aus der Begründung des Kuratoriums zur Wahl der diesjährigen Preisträgerin. „Das Auftreten des Intellektuellen, das Sich-Einmischen und das unerschrockene öffentliche Eintreten für eine Angelegenheit, die alle etwas angehen sollte, war die Sache Lessings wie es die Sache der Berliner Autorin ist.“

Der am 01. Mai 1977 in Dresden geborenen Schriftsteller Renatus Deckert er-hielt einen Lessing – Förderpreis des Jahres 2011. Deckert studierte Literatur und Philosophie in Hamburg, Berlin und Paris, promovierte über das Thema „Dresden im Gedicht nach 1945“. Er war von 1997 – 2007 Mitherausgeber der Literaturzeitschrift „Lose Blätter“ in Berlin und ist ein talentierter Verfasser her-vorragender Essays und Gedichte mit Lessing´scher Scharfsinnigkeit.

Der zweite Lessing – Förderpreisträger in diesem Jahr ist der am 12. Juni 1961 in Hünxe (Nordrhein-Westfalen) geborene Andreas Heidtmann, der jetzt in Leipzig lebt. Er studierte Germanistik und Philosophie in Berlin, ist ausgebildeter Pianist und Gründer der Internetseite „poetenladen.de“ sowie des gleichnamigen Verlages und Herausgeber der Zeitschrift „poet“. In erster Linie wird er für sein Engagement bei der Gestaltung und Bewahrung der literarischen Vielfalt geehrt.