Kunstministerin setzt sich für sorbische Sprache ein

Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange will die sorbische Sprache weiter stärken. Die Staatsregierung hat heute den dritten Bericht zur Lage des sorbischen Volkes vorgelegt.

„Ziel ist es, dass möglichst viele Bürger des sorbischen Siedlungsgebietes zweisprachig aufwachsen“, sagte Sachsens Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst Dr. Eva-Maria Stange heute in Dresden. Das Sächsische Kabinett hatte zuvor den dritten Bericht zur Lage des sorbischen Volkes zur Kenntnis genommen.

Diese Zweisprachigkeit sei Voraussetzung dafür, dass die sorbische Sprache, Kultur und Identität weiter gestärkt werden könnten. Daher seien die Bemühungen junger Eltern, die ihren Kindern im WITAJ Projekt das Erlernen der sorbischen Sprache als Zweitsprache vom Kleinkindalter an ermöglichen wollten, besonders zu begrüßen. „Sie zeigen, dass junge Menschen Interesse daran haben, die in dieser Region beheimatete Sprache wiederzubeleben“, so die Ministerin.
 
Der Bericht mache einmal mehr deutlich, dass Erhalt und Anwendung der sorbischen Sprache Schwerpunkte der Arbeit der sorbischen Verbände, Institutionen und Einrichtungen sowie der staatlichen Förderung seien. Die Ministerin verwies in diesem Zusammenhang auf im Berichtszeitraum neu hinzugekommene spezielle Regelungen im Hochschulzulassungsgesetz. Mit dessen Novellierung (Herbst 2008) sei unter anderem die Zulassung von Studierenden, die als Lehrer im Fach Sorbisch ausgebildet werden, neu geregelt worden. So sei es nun möglich, dass die Beherrschung der sorbischen Sprache bei der Zulassung zum Lehramtsstudium an der Universität Leipzig für Kombinationsfächer zur Sorbisch-Ausbildung als ein wichtiges Auswahlkriterium gelte.

„Diese Neuregelung soll dazu beitragen, dass der Lehrernachwuchs für das Fach Sorbisch und weitere in sorbischer Sprache unterrichtete Fächer gesichert werden kann“, so Eva-Maria Stange. Seit Anfang 2007 gelte darüber hinaus die Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales zur Förderung der sorbischen Sprache und Kultur in Kindertageseinrichtungen. Damit werde die finanzielle Unterstützung des Freistaates zur Förderung der sorbischen Sprache in den Kindertageseinrichtungen neu geregelt und eine gezielte, qualitativ hochwertige Förderung der Zweisprachigkeit von Kindern im vorschulischen Bereich gewährleistet.

Der Bericht zur Lage des sorbischen Volkes wurde unter Federführung des für die Angelegenheiten der Sorben zuständigen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst erarbeitet. Beteiligt waren darüber hinaus die Sächsischen Staatsministerien für Kultus, Soziales, Wirtschaft und Arbeit sowie Finanzen, die Domowina, die Stiftung für das sorbische Volk sowie das Evangelische und das Katholische Büro Sachsen. Der Bericht knüpft an den „Bericht der Sächsischen Staatsregierung zur Lage des sorbischen Volkes“ von 2004 an und stellt Entwicklungen ab diesem Zeitpunkt sowie den nunmehr erreichten Stand dar.

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