Kupfer fordert faire Bedingungen für sächsische Landwirte

Sachsens Landwirtschaftsminister Frank Kupfer hat am Mittwoch zum Ländertag auf der Internationalen Grünen Woche die aktuellsten Buchführungsergebnisse sächsischer Agrarbetriebe präsentiert.

„Uns liegen die Auswertungen des Zeitraums 2009 bis Mitte 2010 vor. Hier wird deutlich, wie einschneidend die allgemeine Wirtschafts- und Finanzkrise für die Landwirte war. Allmählich ist eine Besserung in Sicht – die Sparte ist jedoch mehr denn je auf das Vertrauen der Verbraucher angewiesen“, so Frank Kupfer.

Das Einkommen der sächsischen Betriebe ist gegenüber dem Wirtschaftsjahr 2008/2009 um mehr als  20 Prozent zurückgegangen, es liegt damit um zehn Prozent unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Bundesweit sind Sachsens Landwirte mit am stärksten von den Einbußen betroffen – sächsische Haupterwerbsbetriebe hatten im abgelaufenen Wirtschaftsjahr ein um 10 % geringeres Einkommen als ihre Berufskollegen in den anderen Ländern.

Betriebsformen wie Futterbau- und Verbundbetriebe (Betriebe mit Milchproduktion und Ackerbau) konnten teilweise von den geringen Getreidepreisen und den damit verbundenen geringeren Kosten für Futtermittel profitieren, ebenso von den wieder ansteigenden Milchpreisen. Hier waren Einkommensrückgänge von 6.500 Euro bzw. 7.700 Euro je Arbeitskraft zu verzeichnen. In den sächsischen Veredlungsbetrieben konnten die Erlöse leicht gesteigert werden, Ursache hierfür waren auch hier geringere Preise für Futtermittel sowie geringere Energiepreise.

Allerdings müssen auch die agrarpolitischen Rahmenbedingungen „gesund“ sein, so der Minister. „Mir ist die Gleichberechtigung aller Rechts- und Erwerbsformen auch in einer reformierten Gemeinsamen Agrarpolitik der EU wichtig. Bei uns in Sachsen hat sich eine vielfältig strukturierte Landwirtschaft entwickelt. Diese ist ein fester und enorm wichtiger Bestandteil im ländlichen Raum – sie bietet Arbeitsplätze und prägt mit ihrer Arbeit die sächsische Kulturlandschaft. Ungerechtfertigte Reglementierungen – wie die Einführung einer Kappungsgrenze für EU-Zahlungen – lehne ich kategorisch ab“.

Das Jahr 2011 wird im Hinblick auf die Agrarpolitik turbulent werden. Für Jahresmitte hat die EU-Kommission konkrete Rechtstexte für die Gemeinsame Agrarpolitik nach 2013 angekündigt. Erwartet werden zudem neue Vorgaben zum Gesamthaushalt der EU, hier sind Einschnitte im Agrarbereich nicht auszuschließen.