Kupferstich-Kabinett feiert 300. Jubiläum

Dresden - 500.000 Werke vom Mittelalter bis in die Gegenwart umfasst das Dresdner Kupferstich-Kabinett, das in diesem Jahr sein 300-jähriges Bestehen feiert. Seit 1720 werden u.a. Zeichnungen und Kupferstiche gesammelt, seit 1898 auch Fotografien. Die zentrale Jubiläumsschau „300 Jahre Sammeln in der Gegenwart“ wird im April mit einem Familienfest eröffnet. Im Herbst ist erstmals die Fotoserie „Wiedervereinigung“ von Andreas Rost zu sehen, eine zentrale Erwerbung für die Sammlung.

© SKD, Herbert Boswank

Mit dem Titel und Thema „300 Jahre Sammeln in der Gegenwart“ lädt das Kupferstich-Kabinett im Jubiläumsjahr zu einer Entdeckungsreise durch die Jahrhunderte ein und zeigt in der zentralen Ausstellung Kunstwerke aus allen Epochen seines Bestands unter dem Aspekt ihrer Erwerbungsgeschichte. Von Beginn an wurden neben Werken „Alter Meister“ wie Jan van Eyck, Albrecht Dürer, Lucas Cranach, Hans Holbein oder Rembrandt van Rijn immer auch zeitgenössische Arbeiten erworben, etwa von Giovanni Battista Piranesi, Adolf Menzel, Käthe Kollwitz oder Otto Dix, denen heute gleichrangige Bedeutung zukommt. In diesem Ehrenjahr wird dem Publikum eine Rückschau auf einen Ort geboten, an dem seit 300 Jahren Kreativität und Wissen, kritisches Denken und ästhetischer Genuss erfahrbar sind. Die zentrale Jubiläumsausstellung mit insgesamt etwa 160 Arbeiten wird am 25. April 2020 mit einem großen Familienfest eröffnet.

Im Herbst zeigt das Kupferstich-Kabinett erstmalig die Fotoserie „Wiedervereinigung“ von Andreas Rost (*1966 in Weimar), die eine zentrale Erwerbung für die Sammlung sein wird.

Zeitgleich werden Arbeiten von Günther Uecker gezeigt, der in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag feiert. Gefördert von der Franz Dieter und Michaela Kaldewei Kulturstiftung und in Kooperation mit dem Uecker Archiv in Düsseldorf ist derzeit an den SKD ein Werkverzeichnis-Projekt angesiedelt, das sich in diesem Rahmen präsentieren wird.

Im November 2020 öffnet die Ausstellung „Crossing Borders. Sammeln für die Zukunft“ den Blick in die Zukunft, in der sich das Kupferstich-Kabinett als ein lebendiger, fantasiereicher und für jeden zugänglicher Ort mit seinen schier unerschöpflichen Beständen den Herausforderungen in einer globalen und digital vernetzten Welt stellt. Bedeutende Arbeiten bekannter und unbekannter Künstler*innen unserer Gegenwart unterstreichen die Freiheit der Kunst, die seismografisch die Themen der Zeit erspürt und für eine offene Gesellschaft alle Barrieren überwindet. Dabei wird die bahnbrechende Schenkung der Sammlung Hoffmann an die SKD eine besondere Rolle spielen. Zu den gezeigten Künstler*innen zählen unter anderem Tracy Emin, Félix González-Torres, Mona Hatoum, Roni Horn, Eberhard Havekost, Olaf Holzapfel, Jacqueline Merz, Wolfgang Tillmans und viele mehr.

Auch international wird das Kupferstich-Kabinett in diesem Jahr mit einer großen Ausstellung vertreten sein. Von Oktober 2020 bis Januar 2021 wird die Präsentation „Master Drawings from Dresden. Van Eyck to Mondrian“ mit einer Auswahl von 60 Meisterzeichnungen in der New Yorker Morgan Library & Museum präsentiert. Gezeigt werden Zeichnungen alter und neuer Meister wie von Jan van Eyck, Piet Mondrian oder Georg Baselitz.

©  SKD, Herbert Boswank
© VG Bild-Kunst, Andreas Diesend