Kurioses aus dem Polizeialltag in Sachsen

Der etwas andere Jahresrückblick der Polizeidirektion Westsachsen.

Igittitgitt
Groitzsch/Pegau. Dass große Tiere großen Sachschaden an Autos anrichten können ist bekannt. Eine kleine Raupe schaffte immerhin 2.500 Euro. Wie? Sie krabbelte am Bein einer 19-Jährigen entlang, die erschrak, verriss das Lenkrad, kam nach rechts ab, durchfuhr einen Graben, über ein Verkehrsschild und landete in einer größeren Wasserlache. Die Fahrerin blieb unverletzt. Über das Schicksal der Raupe schweigen die Akten.

Alles nur geklaut…
Hohnbach. Für ca. eine Stunde war der Besitzer eines Skoda Octavia im Colditzer Forst spazieren. Als er wieder zu seinem Auto kam, hatten Diebe die Heckscheibe samt Scheibenwischer geklaut. Noch bevor die Funkwagenbesatzung zu ihrem Auto lief, kam der nächste Anruf, etwas kleinlauter: „Ich glaube ich bin überarbeitet…die Heckscheibe ist noch da, ich hatte nur vergessen, sie zu schließen.“

Zur falschen Zeit am falschen Ort
Markkleeberg. Der Ansicht war ein Mann in der Rathausstraße, dabei war er doch gar nicht der gesuchte Ladendieb. Trotzdem wurde er aufs Revier und anschließend in die JVA verbracht. Wie kam das? Mitarbeiterinnen eines Drogeriemarktes hatten einen Ladendieb bemerkt und die Polizei informiert. Die Personenbeschreibung passte auf den 31-Jährigen. Schnell stellte sich zwar heraus, dass er nicht der Ladendieb war. Der wurde wenig später festgestellt. Trotzdem wurde der 31-Jährige festgenommen. Die Überprüfung seiner Personalien ergab, dass es eine Fahndungsausschreibung für eine Ersatzfreiheitsstrafe vorlag. Da der Mann nicht zahlen konnte, wurde sie sofort vollstreckt.

Nackter im Brunnen
Torgau. Nicht als Dekoration sondern in Echt saß ein nackter 54-Jähriger im Marktbrunnen – offensichtlich nicht ganz nüchtern. Beim Eintreffen der Beamten war der Mann erfrischt und bereits wieder angezogen. Was den Mann zu einem Bad im Brunnen veranlasst hatte, ist nicht bekannt, …die Temperaturen an diesem Tag sicher nicht.

Schlangenlinien
Waldheim. Ein BMW fährt im Bereich der Härtelstraße Schlangenlinien. Bei der Suche wurde der PKW auf einem Werkstattgelände gefunden. Der Besitzer hatte ihn wegen Problemen mit der Lenkung in die Werkstatt gegeben. Der Monteur wollte auf einer Probefahrt herausfinden wie schlimm die Lenkung schlingert.

Klogefängnis
Eilenburg. Einem dringenden Bedürfnis gab ein älterer Mann in den späten Abendstunden nach und nutzte dazu die öffentliche Toilette am Markt. Als er diese wieder verlassen wollte, war die Tür versperrt. Er rief um Hilfe. Dies hörte ein Mann, informierte die Polizei und diese wiederum die Stadtverwaltung. Eine Verantwortliche konnte den Mann aus seinem unfreiwilligen Gefängnis befreien. Die Toilettentür verriegelt sich ab 18.00 Uhr automatisch. Warum die Tür ausgerechnet an diesem Tag erst später schloss, ist unbekannt.

Sitzblockade gewaltsam beendet
Frohburg. Mit einer „Sitzblockade“ der etwas anderen Art hatte es eine Funkwagenbesatzung zu tun. Mehrere besorgte Kraftfahrer hatten angerufen, dass es sich drei Schwäne am Fahrbahnrand der Peniger Straße bequem gemacht hatten. Trotz mehrerer „Überredungsversuche“ waren die Tiere nicht bereit, ihre Sitzplätze zu verlassen. Erst als der Hartnäckigste der drei Schwäne von den Beamten zum nahe gelegenen Teich getragen wurde, watschelten die beiden anderen hinterher.

Personen auf dem Nachbargrundstück
Eilenburg. „Da sind Personen auf dem Nachbargrundstück. Als die mich gesehen haben, sind die geflüchtet. Was die beim Nachbarn gemacht haben? Keine Ahnung…“ Die Person tat das, was sie jeden früh macht, die Zeitung zustellen.

Tot?
BAB 14. „Auf dem Rastplatz neben einem lilafarbenen PKW liegt jemand, sieht aus wie tot. Es lag tatsächlich jemand neben dem PKW.“ Der Mann konnte problemlos erweckt werden. Aufgrund der sommerlichen Temperaturen hatte er es vorgezogen, neben dem Auto zu schlafen.

Heimlich, still und leise
Auenhain. Mehrere Personen mit Fahrzeugen haben sich den Zugang zum See erschlichen. Daraufhin angesprochen sagten sie auch noch, sie sind von der Polizei. Aufgebracht rief ein Bürger im Revier an. Eine kurze Rückfrage bestätigte, dass es sich um Beamte des Markkleeberger Reviers in Zivil handelte. Sie waren unterwegs, um Beschwerden zu prüfen, weil Jugendliche mit ihren Krädern die Wege als Rennstrecke nutzen.

Geklaut?
Dahlenberg. Irgend jemand hat den Grenzstein geklaut. Er ist einfach weg. Deshalb wollte ein Bürger Anzeige erstatten und bat um Polizei vor Ort. Kurze Zeit später ein zweiter Anruf. Die Kollegen brauchen nicht mehr zu kommen: „Der Granitblock ist wieder da. Naja, eigentlich war er nie weg, er war nur zugewachsen.“

Sofortfahndung
Wurzen. Eine Sofortfahndung nach einem entwendeten Audi A4. Der rote PKW stand zuletzt im Stadtgebiet. Alle umliegenden Dienststellen wurden informiert, nach dem Audi Ausschau zu halten. Kurze Zeit später Entwarnung. Junior war mit dem PKW unterwegs, er hatte wohl vergessen, Papi zu fragen.

Mafia schlägt zu
Bad Lausick. Mein Fahrrad ist gestohlen, meldete sich eine Frau auf dem Polizeiposten. Es war ein Mafia-Rad. „Wie jetzt, seit wann fährt die Mafia Fahrrad?“ Am Ende stellte sich heraus, es war ein Rad der Marke „Mifa“.

Bei Problemen spring ich immer aus dem Fenster!
Revierbereich Delitzsch. Zu einem Diebstahl wurde eine Delitzscher Funkwagenbesatzung gerufen. Vor dem Haus erwartete sie schon der stark alkoholisierte Mieter. „Die Diebe sind noch in der Wohnung, aber von außen kommt man da nicht rein!“, so seine Information. Da das Küchenfenster in ca. 1,70 Metern Höhe offen stand, verschafften sich die Beamten auf diese Art zutritt. In der Wohnung war niemand. Dafür war vor der Wohnungstür noch eine Metalltür gesetzt worden. Diese war verschlossen. Außerdem gab es noch eine Vorhängekette, einen verkeilten Holzpfosten und als zusätzliche Sicherung noch 12 angezogene Holzschrauben in der Tür. Irgendwie waren auch die Angaben nicht sehr schlüssig. Die Staubschicht in der Wohnung ließ nicht auf einen Diebstahl schließen. Dafür rieb sich der Besitzer ständig den Hintern? Wie war er eigentlich vors Haus gekommen bei der von innen verrammelten Tür? Er war aus dem Fenster gesprungen. Macht er bei Problemen immer so. Er hat sich auch schon zwei Mal den Arm dabei gebrochen. Ein durchgeführter Alcomat-Test zeigte 2,68 Promille.

Uran gefunden
Markranstädt. „Mein Sohn hat eine Flasche mit Uran gefunden! Zumindest steht es so auf dem Etikett.“ Sofort wurde ein Funkwagen zum Auffindeort geschickt. Die Beamten gaben schnell Entwarnung. Es war Feinmechanikeröl aus alten DDR-Zeiten der Marke Ura-Mol. Mal ehrlich, wer von den Jüngeren kennt noch Feinmechanikeröl aus DDR-Zeiten?

Falscher Anschluss
„Herzlichen Glückwunsch, sie haben gewonnen!“, tönte eine nette Männerstimme aus dem Telefon (live und nicht vom Band). „Sie sind in der Endrunde, sie haben garantiert gewonnen. Und dabei geht es nicht um Peanuts. Ich spreche von Millionen, Häusern, Autos. Sie haben doch noch Platz für eine Million auf dem Konto? (Wer hätte das nicht?) Unsere Gewinnbenachrichtigung hat sie doch erreicht??? Nein, egal.“ Im netten Plauderton mit Frage- und Antwortspiel ging der Anrufer auf sein Ziel vor: „Schließlich waren die Sponsoren ja äußerst großzügig und haben schon Millionen für die Verlosung gespendet. Da ist es doch nur fair, dass der Gewinner eine klitzekleine Bearbeitungsgebühr von 44 Euro bezahlt, finden sie doch auch?“
Plötzlich die Frage: „Wo habe ich eigentlich angerufen??“ Hm, wo eigentlich, … beim Pressesprecher bei der Polizeidirektion Westsachsen…. Tut tut tut tut

Alles eine Frage der Erziehung
Bad Düben. Offensichtlich noch viel üben muss ein Mischlingshund. Er war von seiner Besitzerin im Auto zurück gelassen worden, mit dem Auftrag das Auto zu bewachen, während Frauchen Einkaufen geht. Neben dem Hund blieb auch der Schlüssel im Auto. Durch die Prüfung als Wachhund ist der 30 cm große Mischling durchgefallen. Er kam nur wenige Minuten nach Frauchen in den Supermarkt. Als die sich über den Anblick von Fiffi wunderte und zum Auto zurückkam, war es weg. Unbekannte hatten den Hund freigelassen und waren mit dem Peugeot verschwunden.

Granate
Bad Düben. Beim Angeln am Muldenufer wurde eine Granate gefunden: 20 bis 30 cm lang. Die entpuppte sich bei genauerem Hinsehen als Kürbis.

Holzdiebe mit Humor?
Wurzen. Im Dahlener Weg hatten es Unbekannte in einer Nacht auf eine Winterlinde abgesehen. Die Täter sägten den im Vorgarten stehenden Baum einfach um. Dabei bewiesen sie scheinbar schwarzen Humor. Sie ließen dem Besitzer auf dem abgesägten Stumpf des Baumes eine volle Pralinenschachtel zurück.

Das Auto ist weg
Taucha. „Mein Ford Puma wurde gestohlen.“ Der junge Mann wusste genau, wo er sein Auto geparkt hatte. Nur nicht, dass seine Freundin den PKW zwischenzeitlich genutzt und ihn an anderer Stelle geparkt hatte.

Fliegender Teppich
Markranstädt/Dölzig. Dass die Legende vom fliegenden Teppich durchaus real sein kann und nicht nur im Orient gilt, erlebte der Fahrer eines PKW Volvo. Plötzlich schlug ein fliegender Teppich in die Frontscheibe seines PKW ein. Ein vorausfahrender LKW Volvo hatte den Teppich verloren. Der kasachische Fahrer nutzte diesen zum Unterlegen u.a. beim Räderwechseln. Er war zwischen Führerhaus und Sattelauflieger geklemmt, bevor er sich selbständig machte und gegen die Frontscheibe flog.

Aus dem Kochtopf gefallen oder Chinapfanne einmal anders
Naunhof. Wortwörtlich aus einem Kochtopf vor ein Auto fiel ein junger Mann Anfang Januar. Dabei war er nicht vor Kannibalen geflüchtet, sondern wollte nur Spaß haben. Deshalb hatten er, ein Kumpel und eine Freundin einen Wok an ein Abschleppseil gebunden und das an einem PKW angehangen. Zu zweit saßen sie im Wok, während die Freundin fuhr. Ab ging‘s auf den Parkplatz des NEG. Als die Männer aus der Chinapfanne fielen, rutschte der 20-Jährige gegen einen vorbeifahrenden VW Golf und wurde verletzt.

Vogel auf dem Dach
Eilenburg. Einen ungewöhnlichen Anruf erhielten die Beamten des örtlichen Reviers. Einem Anwohner aus der Schreckerstraße war aufgefallen, dass sich ein Pfau auf seinem Schornstein niedergelassen hatte. Die Beamten konnten den Mann beruhigen. Das Tier stammte aus dem nahegelegenen Tierpark und soll laut Aussage der Pfleger gern mal eine Runde außerhalb des Geheges drehen, kommt aber am Abend immer allein zurück.