Land der Geringverdiener: Jeder Vierte in Sachsen unter 8,50 Euro pro Stunde!

Rund 23 Prozent aller Beschäftigten im Freistaat verdienen weniger als 8,50 Euro in der Stunde. Damit liegt Sachsen vor Mecklemburg-Vorpommern auf dem vorletzten Rang aller deutschen Bundesländer. +++

Dieser Geringverdienst betraf 27 Prozent aller weiblichen und 20 Prozent aller männlichen Beschäftigten. Dies sind erste Ergebnisse, die aus der Verdienststrukturerhebung in Betrieben des Produzierenden Gewerbes und des Dienstleistungsbereiches mit 10 und mehr Beschäftigten für das Jahr 2010 gewonnen wurden. In Westdeutschland lag jeder Zehnte, in Ostdeutschland 22 Prozent aller Beschäftigten unter diesem Stundenverdienst.

Das Klischee, das Frauen weniger verdienen als Männer, trifft in diesem Zusammenhang übrigens nur zum Teil zu. Unter den Beschäftigten mit weniger als 8,50 Euro Stundenverdienst sind mehr Frauen als Männer (54 Prozent gegenüber 46 Prozent). Allerdings gilt dies nur für die Gruppe der Teilzeitbeschäftigten und Minijobber, nicht jedoch für die Vollzeitbeschäftigten. Hier sind mehr Männer als Frauen vertreten.

Geringverdiener sind in allen Wirtschaftsbereichen zu finden. Die meisten arbeiten in den Bereichen Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (23 Prozent), Verarbeitendes Gewerbe (20 Prozent), Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (14 Prozent) oder im Gesundheits- und Sozialwesen (10 Prozent). Sie sind vor allem als Verkäufer und in Dienstleistungsberufen (28 Prozent), als Hilfsarbeitskräfte (22 Prozent), in Handwerks- und verwandten Berufen (15 Prozent), als Bürokräfte (13 Prozent) sowie in Montageberufen und als Bediener von Anlagen und Maschinen (13 Prozent) tätig.

Geringverdiener werden zu 95 Prozent von privatwirtschaftlichen, meist nicht tarifgebundenen Arbeitgebern (75 Prozent) beschäftigt.