Landesärztekammer-Chef sieht „bedrohliche Zeichen“

Sachsen - Die medizinische Versorgung in Sachsen ist in einigen Regionen laut dem Chef der sächsischen Ärztekammer gefährdet. 

Im Moment halten sich 1447 Menschen auf infektiologischen Stationen der sächsischen Krankenhäuser auf. 332 Schwererkrankte müssen in Intensivstationen behandelt werden. Dies seien laut Eric Bodendieck, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer „bedrohliche Zeichen“. Einige Krankenhäuser in Nordsachsen seien bereits dicht. Als Beispiel nennt Bodendieck Görlitz. 

Aktuell greift ihnen das Universitätsklinikum Dresden unter die Arme und übernimmt einige Patienten. Allerdings stehe der Region selbst dadurch nur eine Anzahl von 34 Intensivbetten zur Verfügung. Auch im Raum Leipzig sehe die Lage nicht beruhigend aus. „Noch schlechter sieht es aus im Raum Leipzig/Nordsachsen. Da sind nur noch 24 Intensivbetten frei“ meint Eric Bodendieck. Auf den Normalstationen sei die Lage jedoch besser.

Für die nächsten Wochen erwartet der Ärztekammer-Chef eine Stagnation im Normalbereich und einen Anstieg im Bereich der Intensivfälle. Des Weiteren schlägt er vor ein Notkrankenhaus durch die Bundeswehr errichten zu lassen, um die Krankenhäuser zu unterstützen. Dies würde etwa 14 Tage dauern.