Landesdirektion muss in Chemnitz bleiben

In einem offenen Brief an Ministerpräsident Stanislaw Tillich hat sich das Bündnis „Gemeinsam für Chemnitz“ nochmals für den Erhalt der Landesdirektion in Chemnitz ausgesprochen und angesichts andauernder Spekulationen um die Zukunft der Landesdirektionen nachdrücklich ein deutliches Bekenntnis des Freistaates zur Industrieregion Chemnitz gefordert.

Die Mitglieder des Bündnisses fordern Transparenz bei der Entscheidungsfindung für den Sitz einer fusionierten Landesdirektion. Nach wie vor seien die Ergebnisse der Aufgabenkritik, die laut Aussage der Staatskanzlei Grundlage für die Standortentscheidung sein sollten, nicht bekannt.

„Wir wissen, dass Ihnen unsere Region wichtig ist und dass Sie Transparenz bei schwierigen Abwägungsprozessen schätzen“, so die Unterzeichner des offenen Briefes an den Ministerpräsidenten. „Deshalb fordern wir Sie auf, vor einer Struktur- und Standortentscheidung im Kabinett die regionalen Akteure über die Untersuchungsergebnisse zu informieren und sie aktiv in den Entscheidungsprozess einzubeziehen.“

Dem Bündnis „Gemeinsam für die Region Chemnitz“ gehören neben der Stadt Chemnitz, den Landkreisen Mittelsachsen und Zwickau, dem Vogtland- und Erzgebirgskreis die Industrie- und Handelskammer Chemnitz, die Handwerkskammer Chemnitz, der Industrieverein Sachsen 1828 e.V. und die Initiative Südwestsachsen e.V. an. Unterstützt wird das Gremium von mehr als 50 großen Unternehmen der Region, die sich gemeinsam mit dem Bündnis bereits im vergangenen August an Stanislaw Tillich gewandt hatten.

Für Chemnitz als Standort einer fusionierten Landesdirektion sprechen mehrere Punkte: Die Region Chemnitz schafft die höchste Wertschöpfung in Sachsen mit den wenigsten öffentlichen Mitteln. Hier schlägt das wirtschaftliche Herz Sachsens. Zudem handelt es sich um die am dichtesten besiedelte Region im Freistaat. Die zentrale Lage sichert zudem eine gute Erreichbarkeit der Mittelbehörde.
Für eine regionengerechte Entwicklung des Freistaates muss die Verteilung staatlicher Einrichtungen in einem angemessenen Verhältnis zur Bevölkerungs- und Unternehmensdichte stehen. Auf diesem Gebiet zeigt sich, beispielsweise bei der Verteilung behördlicher Arbeitsplätze, ein deutliches Ungleichgewicht zuungunsten der Region Chemnitz. So profitiert Dresden beispielsweise von der großen Zahl der Ministerien und nachgeordneter Einrichtungen. Die Landesdirektion Leipzig indes hatte bereits bei der Verwaltungsreform 2008 auf der Streichliste des Freistaates gestanden.

Hier finden Sie den offenen Brief (pdf)

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