Landtag dabattiert über Qimonda-Beteiligung

Es geht um nicht weniger als die Zukunft von Dresdens größtem privaten Arbeitgeber. Und die war heute Thema bei einer Sondersitzung des Landtages. Dass dabei über 3000 Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen, machten die Qimonda-Mitarbeiter bereits am frühen Morgen bei einer Demonstration deutlich.

Es waren mehrere Hundert Qimondianer – die heute vormittag vom Hygienemuseum zum Landtag zogen, um dort deutlich zu machen – unsere Firma muß bleiben – und zwar hier in Dresden.

Mit unterwegs Wirtschaftsminister Thomas Jurk – der bereits seit Monaten gemeinsam mit den Mitarbeitern des Chipherstellers für den Erhalt von Qimonda trommelt. Auch Ministerpräsident Stanislav Tillich war vor Ort und versicherte den Anwesenden – alles für einen Neuanfang der insolventen Firma zu tun.

Große Hoffnungen setzten die Qimonda-Mitarbeiter in eine heute vom Landtag einberufene Sondersitzung, von der sie sich klare Signale erhofften, wie es weitergeht. 

Im Plenarsaal des Landtags wurde inzwischen über einen gemeinsamen Antrag von Linken und Grünen debattiert – die von der Staatsregierung das Bekenntnis verlangen, sich mit einer Minderheitsbeteiligung an der Rettung von Qimonda zu beteiligen. Voraussetzung für den Einstieg eines privaten Investors. Darauf wollt man sich heute jedoch nicht festlegen.

Weitergehen aber muß es – da sind sich alle einig. Auch Ministerpräsident Tillich schloß eine Beteiligung nicht kathegorisch aus – wenn der Investor die richtigen Signale setze, sei man auch bereit, den staatlichen Instrumentenkasten zu öffnen.

Bleibt die Frage, wie es nun weitergeht bei Qimonda. Bis Ende März wird die Produktion komplett heruntergefahren, die Belegschaft in einer Transfergesellschaft zwischengeparkt und das Qimondawerk quasi in einen Dornröschenschlaf unbekannter Dauer versetzt.

Gerade mal ein Prinz hat sich bislang gemeldet – um die schlafende Schöne dann irgendwann wieder aufzuwecken – der heißt Inspur, ist ein Staatsunternehmen und kommt aus China. Hoffnung gibts also auch weiterhin.

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Mehr dazu erfahren Sie in der Drehscheibe Dresden, stündlich ab 18 Uhr auf DRESDEN FERNSEHEN.