Landwirtschaft geht in Dialog

Dresden - Etwa 1.000 Traktoren haben am Freitagmorgen das Straßenbild in Dresden bestimmt. Sachsens Landwirte wollten damit gegen bestehende Missstände protestieren. Nach Angaben des Bauernverbandes kamen bis zu 1.300 Landwirte in die Sächsische Landeshauptstadt, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen. Die Initiative "Land schafft Verbindung-Sachsen" hatte zu der bundesweiten Aktion zeitgleich zum Beginn der "Grünen Woche" in Berlin aufgerufen.

Sachsens Landwirtschaft befindet sich in der Krise. Das sieht auch der zuständige Minister so. Demnach ist der Beitrag, den die Landwirtschaft zum Brutto-Inlandsprodukt leistet, seit den 1990er Jahren kontinuierlich gesunken. Keine Frucht erziele mehr einen auskömmlichen Preis am Markt. Ähnlich sieht es bei der Milchproduktion aus. Die Bauern sehen sich einem internationalen Preiskampf ausgesetzt und so lehnen sie das Handelsabkommen Mercosur mit Südamerika ab. 

© Klaus Henneff

Sachsens neuer Grüner Landwirtschaftsminister Wolfram Günther war unterdessen selbst auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin. In einem schriftlichen Grußwort an die Landwirte rief auch er zum Dialog auf und versicherte, dass er mit den Bauern in vielen Punkten an einem Strang ziehen würde. Andere Politiker sprachen auf der Bühne zu den Landwirten. Die Zukunft wird zeigen, ob sich Landwirte und Politiker annähern können.