Lebendig, emotional, dramatisch – Das Nibelungenlied als berauschendes Ballett der Oper Leipzig

Am Freitag feiert das Nibelungenlied Premiere an der Leipziger Oper. +++

Die Nibelungensage gilt als Heldenepos dessen Ursprünge bis in das Zeitalter der Völkerwanderung zurück reichen. Die heroische Figur des Nibelungenliedes ist jedoch kein Mann, sondern eine Frau. Kriemhild. Nach einer relativ unbeschwerten Kindheit gerät sie mehr und mehr in die gesellschaftlichen und höfischen Zwänge. Als sie erwachsen ist, verliebt sie sich in Siegfried. Doch diese Liebe wird ihr von der eigenen Familie genommen. Ein Drama aus längst vergessener Zeit. Und doch mit modernen Zügen.

Die Geschichte in Form eines Balletts zu erzählen ist dabei jedoch eher ungewöhnlich. Dramaturgin Beate Andres entwickelte hierfür eine Storyline, nach der Mario Schröder seine Choreographie gestalten konnte.

Wie fühlt man, wenn man verliebt ist? Was empfindet man, wenn man diesen geliebten Menschen verliert? Fragen, mit denen sich die Tänzer auseinandersetzen müssen. Denn beim Einstudieren der Tanzschritte geht es nicht allein um die Bewegung. Eine Auseinandersetzung mit der jeweiligen Figur und deren Charakter ist sehr wichtig. Während des Probenprozesses wandten sich die Tänzer immer wieder an Mario Schröder und Beate Andres. Denn nur, wenn sie ihre Figur verstehen, können sie ihre erlernten Bewegungen mit Emotionen füllen.

Lebendig. Emotional. Dramatisch. Vor Allem aber ist das Nibelungenlied die Verschmelzung eines alten Textes mit zeitgenössischen Elementen. Premiere feiert das Ballett am 14. Juni.