Legida-Demo trotz Pogromgedenkens

Während tausende Leipziger am Montag an die Reichspogromnacht vom 9. November 1938 erinnerten, kam das islamfeindliche Bündnis Legida erneut auf dem Richard-Wagner-Platz zusammen.

Dieses Mal durften die Anhänger allerdings nicht laufen, das Ordnungsamt hatte nur eine stationäre Kundgebung genehmigt. Die Redner machten auf der Legida-Bühne erneut Stimmung gegen Asylbewerber. Rechtspopulist Michael Stürzenberger sprach von „540 Asylmissbrauchern, die demnächst in das ehemalige Interpelz-Gebäude einziehen“. Diese würden „sich bald gegen den Leipziger Weihnachtsmarkt auflehnen“. Und: „Wer kein Islamgegner sei, habe nicht alle Tassen im Schrank“ so Stürzenberger.

Den etwa 450 Legida-Anhängern standen um die 2500 Gegendemonstranten gegenüber, die versuchten, die Reden auf dem Richard-Wagner-Platz zu übertönen. Während der Demos blieb es weitestgehend friedlich, am Ende kam es aber wieder zu einigen Zusammenstößen. So ging unter anderem ein polizeibekannter Legida-Teilnehmer auf einen Polizisten los. Ein Gegendemonstrant warf Barrikaden um und wurde festgenommen, da gegen ihn ein Haftbefehl vorlag.