Lehrer werden in Sachsen

In den kommenden 15 Jahren geht ein Großteil der sächsischen Lehrer in den Ruhestand. Deshalb geht es nicht nur darum, viele Lehrer in Sachsen auszubilden, sondern sie nach ihrem Studium auch im Freistaat zu halten.+++

Die rund 30.000 Lehrerinnen und Lehrer in Sachsen sind im Durchschnitt 50 Jahre alt. Das bedeutet, dass in den kommenden Jahren rund dreiviertel der sächsischen Pädagogen in den Ruhestand gehen werden. Aber der Nachwuchs fehlt.

Das Problem entwickelte sich vor rund 20 Jahren, als Teilzeitmodelle eingeführt wurden und kein Platz für junge Lehrer war. Damals waren die Geburtenzahlen rückläufig und die Schüler fehlten.

Heute sieht das anders aus, denn die Schülerzahlen steigen wieder, aber der Lehrernachwuchs fehlt. Problematisch ist vor allem, dass sich viele Lehramtsanwärter in ihrer Ausbildung für die offenbar falsche Schulart entscheiden.

Zu viele Studierende wollen Gymnasiallehrer werden, doch dieser Bereich ist überlaufen. Vielmehr werden aus Sicht des sächsischen Kultusministeriums Pädagogen für die Grund- und Förderschulen dringend benötigt.

O-Ton: Brunhild Kurth, Staatsministerin für Kultus

Bei der Veranstaltungsreihe „Lehrer werden in Sachsen“ lud am Donnerstagabend das sächsische Kultusministerium an die Technische Universität Chemnitz ein. Bei einer Podiumsdiskussion musste sich Kultusministerin Brunhild Kurth den Fragen stellen. Dabei sieht die Ministerin die Lehrerausbildung in Sachsen auf einem guten Weg.

Seit zwei Jahren wird im Freistaat wieder das Lehramtsstudium mit dem Abschluss des ersten Staatsexamens angeboten. Diese Änderung ist laut Kurth ein Vorteil für die sächsischen Hochschulstandorte in Dresden, Leipzig und Chemnitz.

O-Ton: Brunhild Kurth, Staatsministerin für Kultus

Ob diese Maßnahmen helfen, um den Lehrermangel in Sachsen zu beseitigen, ist noch ungewiss. Zwar will die Ministerin in den kommenden Jahren mehr als 1000 neue Pädagogen einstellen.

Aufgrund der besseren Verdienstmöglichkeiten zieht es viele in Sachsen ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer allerdings in andere Bundesländer.

Derzeit studieren in Sachsen über 7000 Studenten auf Lehramt.