Lehrerüberschuss an Sachsens Gymnasien

Dresden –Von Lehrermangel hat wahrscheinlich jeder schon einmal etwas gehört. Dass es aber zu viele Lehrer gibt, wohl eher nicht. An Sachsens Gymnasien ist genau das eingetreten. Beim Kultusministerium begegnet man dem Problem auf eher ungewöhnliche Art.

An den Hochschulen in Sachsen gab es 2015 über 1200 bestandene Abschlussprüfungen im Bereich Lehramt. Das Gros der Absolventen möchte allerdings an Gymnasien unterrichten. Beim Kultusministerium, das sich um die Zuordnung und Verteilung der Absolventen zu den Schulen kümmert, sieht man genau darin ein Problem, da zu viele Stellen an den Grund-, Förder-, und Oberschulen unbesetzt bleiben. Es droht ein Lehrermangel.
Um gegenzusteuern hat man sich beim Ministerium ein ungewöhnliches Angebot einfallen lassen. Alle unberücksichtigten Bewerber die zum 01. August 2017 nicht als Gymnasiallehrer eingestellt werden, können sich zunächst für mindestens drei Jahre an einer anderen Schulform verpflichten lassen und später an ein Gymnasium wechseln. Bezahlt werden die Lehrer dann unabhängig ihrer Anstellung trotzdem als Gymnasiallehrer. Da aber insbesondere Lehrer der Grundschulen deutlich weniger verdienen, könnte es in den eigenen Reihen hier zu Unbehagen kommen.

Kritiker werfen dem Programm vor das Problem nur hinauszuschieben. Verpflichtet sich ein großer Teil der Aspiranten zunächst für andere Schulformen, droht in drei Jahren wieder ein Überfluss an Bewerbern. Obendrein kommen natürlich ständig neue Jahrgänge nach. Auch die Anzahl der Quereinsteiger steigt stetig an. Beim Kultusministerium zeigt man sich dagegen zuversichtlich. Steigende Geburtenzahlen, mehr Kinder auch durch Flüchtlinge und eine erhöhte Altersstruktur bei der Lehrerschaft machen es notwendig zu reagieren. Ein Umbruch ist in jedem Fall notwendig.