Leichtbau – Eine Schlüsseltechnologie

Dresden - Die Forschungstätigkeiten an sächsischen Universitäten im Bereich des Leichtbaus sollen weiter ausgebaut werden. Der Landtag hat seine Unterstützung zugesagt. An den Technischen Universitäten in Dresden, Chemnitz und Freiberg wird auf höchstem Niveau in der Technologie geforscht.

Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange hat den vom Landtag beschlossenen gemeinsamen Antrag von SPD und CDU zur Weiterentwicklung der Schlüsseltechnologie Leichtbau begrüßt. „In diesem für Sachsen zentralen Forschungsfeld wird unter anderen an den Technischen Universitäten in Dresden, Chemnitz und Freiberg auf höchstem Niveau geforscht. Diese drei Standorte ergänzen sich hervorragend und bilden die Breite und Tiefe der Forschung zur Leichtbau-Technologie ab.“

Auch an zahlreichen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften und außeruniversitären Forschungseinrichtungen werde in Zusammenarbeit mit regionalen Partnern aus der Wirtschaft an Leichtbau-Produkten für die Automobilbranche und die Luft- und Raumfahrt geforscht. Ministerin Dr. Stange: „In Sachsen ist damit die gesamte Wertschöpfung vertreten.“

© TU Chemnitz

Der Kompetenzatlas der Wirtschaftsförderung Sachsen zum Leichtbau listet 16 Unternehmen, 14 Wissenschaftseinrichtungen und sechs Netzwerke auf. Sie alle forschen und entwickeln zu einem oder mehreren der Themenbereiche
Stoffleichtbau/Leichtbauwerkstoffe, Konstruktions- und Fertigungsbau, Funktionsintegration/Miniaturisierung. Etwa 60.000 Arbeitsplätze sind in der Leichtbau-Branche angesiedelt.

Die Ministerin versicherte den Abgeordneten die weitere Förderung des Freistaats für den Leichtbau. Stange: „Wir unterstützen die Gründung der Leichtbau-Allianz Sachsen aus den drei Technischen Universitäten mit 2 Mio. Euro genauso wie das Forschungsnetzwerk AMARETO, an dem neben den genannten auch noch das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik beteiligt ist. Alle Partner erhalten insgesamt mehr als 5,5 Mio. Euro aus dem EFRE inklusive entsprechender Landes-Kofinanzierungsmittel.“ Darüber hinaus stehe das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) bereit, um mit der TU Chemnitz und den Wissenschaftlern gemeinsam eine nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen. „Wir werden mit allen Partnern eine gute Lösung für die Zukunft der an der TU Chemnitz aufgebauten Forschungsstrukturen finden.“

© Jörg Singer

Die Energiewende mache energieeffizientere Systeme in den Bereichen Verkehr, Wohnen und Industrie erforderlich, fuhr die Ministerin fort. „Hier kann die Leichtbauforschung Werkstoffe entwickeln helfen, mit denen wir weniger Mengen an Strom, Brennstoffen oder anderen Energieträgern für unsere Autos, Schiffe und Flugzeuge benötigen.“ Auch in der Speichertechnologieforschung nehme der Leichtbau eine wichtige Rolle ein um etwa die künftigen Akkusysteme der E-Autos leichter zu machen um den Effizienzgrad zu erhöhen. Auf EU-Ebene werden Forschungen zu Energie und Mobilität z.B. mit Bezug zu Technologieentwicklungen im Bereich der Werkstoffe/ des Leichtbaus im Rahmen von Horizon 2020 unterstützt, dem europäischen Rahmenprogramm für Forschung und Innovation.

Der Freistaat Sachsen ist Mitglied im einschlägigen Programmausschuss der Europäischen Kommission „Nanotechnologies, Advanced Materials, Biotechnology and Advanced Manufacturing and Processing“ (NMBP) zu den Schlüsseltechnologien im Rahmen von Horizont 2020. Darüber hinaus unterstützt die Staatsregierung z.B. über die SMWK-Richtlinie EuProNet auch Projektanträge im Rahmen von Anschubfinanzierungen bzw. hilft den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften über die eingerichtete Projektgruppe Zentrale EU-Serviceeinrichtung Sachsen, kurz ZEUSS.

Ein Blick ins Archiv: Daran arbeiten Wissenschaftler in Chemnitz und Dresden