Leipzig: 16.500 Biker protestieren gegen Fahrverbot

Leipzig - Tausende Motorradfahrer haben am Sonntag in Leipzig gegen eine Bundesratsinitiative zur Lärmvermeidung protestiert. Demnach sollen Fahrverboten für Motorräder an Sonn- und Feiertagen schneller möglich sein. Auch die Lautstärke neuer Motorräder soll auf 80 Dezibel limitiert werden. Bei den Bikern sorgen die geplanten Änderungen für Unmut. 

Die Stimmung bei vielen Motorradfahrern könnte aktuell besser sein. Um ihrem Ärger Luft zu machen, haben am Sonntag in Leipzig 16.500 Biker gemeinsam demonstriert. Grund ist eine geplante Gesetzesänderung, die vorsieht, dass bei Neufahrzeugen der Geräuschpegel auf einen Wert von 80 Dezibel begrenzt werden soll. Das entspricht etwa einem Rasenmäher oder einem vorbeifahrenden Lastwagen. Außerdem soll es der Polizei erlaubt sein, Zweiräder mit Motor bei „gravierenden Lärmüberschreitungen“ sofort sicherstellen zu dürfen. Zudem sollen beschränkte Motorrad-Fahrverbote an Sonn- und Feiertagen ermöglicht werden. Dieser geplante Maßnahmenkatalog stößt bei den Bikern auf Kritik.

Bundesweit gab es in mehreren Städten Aktionen gegen die geplante Gesetzesänderung. Vor mehr als einer Woche haben auch in Dresden 5000 Motorradfahrer demonstriert. In Leipzig hatten die Veranstalter nur mit 600 Teilnehmern geplant. Am Ende waren es fast 30 Mal so viele. Organisiert hat die Demo die Interessensvereinigung "Runder Tisch Leipzig und Region". Diese wurde vor über zehn Jahren gegründet und vertritt die Interessen von derzeit 17 Motorrad-Clubs und -vereinigungen. 

© Leipzig Fernsehen
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Innenstadt lahmgelegt

Nicht nur aus Sachsen, sondern fast aus dem gesamten Bundesgebiet kamen die Motorradfreunde angereist. In einem gemeinsamen Motorradkorso ging es vom Paunsdorf-Center über den Innenstadtring zum Augustusplatz. Dabei haben sie nahezu den gesamten Stadtverkehr lahmgelegt. Und das nur, um für ihr Hobby zu kämpfen. Die Bundesregierung muss nun entscheiden, ob sie den Maßnahmenkatalog so umsetzen will.

Wie die Leipziger Polizei mitteilt, blieb die Demonstration bis zu ihrem Ende um 15 Uhr friedlich - obwohl deutlich mehr Biker teilgenommen hatten, als zunächst geplant. Zu strafrechtlich relevanten Verstößen sei es nicht gekommen.