Leipzig bewirbt sich für das Europäische Kulturerbe-Siegel

Nachdem es für die Stadt Leipzig mit dem UNESCO Weltkulturerbe nicht geklappt hat, hat sie sich nun für das Europäische Kulturerbe-Siegel beworben. +++

Die Stadt Leipzig hat sich mit der Leipziger Notenspur für das UNESCO Weltkulturerbe beworben und ist gescheitert! Nun soll zumindest das Europäische Kulturerbe-Siegel her. Heute wurden die Unterlagen an sächsische Kunstministerium geschickt.

Wenns mit dem UNESCO Welterbe nichts wird, dann machen wir es eben auf europäischer Ebene. So könnte man das Vorhaben der Stadt interpretieren. Die Erfolgsaussichten sind offenbar sehr viel besser. Außerdem stehen bei der überarbeiteten Bewerbung nicht mehr die Idee der Notenspur, sondern vielmehr alle in ihr vereinten Leipziger Musikerbe – Stätten im Vordergrund. Also zum Beispiel die Nikolaikirche und das Bach-Archiv, das Mendelssohn-Haus oder auch das Verlagshaus Peters. Eigentlich sind damit alle zufrieden und trotzdem bleibt eine Träne im Auge.

Denn, während es beim UNESCO Welterbe eher um Baudenkmäler geht, wird beim europäischen Siegel eher die Kulturhistorische Seite betrachtet. Außerdem brauchte es für die neue Bewerbung auch einen wissenschaftliche Aufarbeitung. Diese übernahm Prof. von der Universität Leipzig. Er ging dem musikalischen Erbe der Stadt auf den Grund…. und erklärt, was die Geschichte der in Leipzig wirkenden Verlage, Komponisten, Kirchen und Konzerthäuser so einzigartig macht.

Natürlich geht es beim europäischen Kulturerbesiegel nicht nur um Ruhm und Ehre. Die Stadtverwaltung erhofft sich dadurch auch Auswirkungen auf den Tourismus und vor allem weitere Einnahmen. Doch nun heißt es erst einmal warten. Der Freistaat muss eine Empfehlung an die Kultusministerkonferenz aussprechen, diese wiederum übermittelt der EU-Kommission voraussichtlich im Herbst zwei Vorschläge aus Deutschland. Eine endgültige Entscheidung gibt es erst 2016. Ob sich Leipzigs Musikerbe-Stätten letztendlich mit dem Europäischen Kultursiegel schmücken dürfen, steht also noch in den Sternen. Aber selbst wenn auch das nichts wird hat Leipzig zumindest wieder ein Zeichen gesetzt, so der Direktor des Mendelssohn-Hauses Jürgen Ernst.