Leipzig: Bombendrohung hält Lindenauer Markt in Atem

Am Freitagvormittag sorgte ein polizeilicher Einsatz kurzzeitig dafür, dass am Lindenauer Markt in Leipzig alles stillstand.

Nachdem aus einer Bankfiliale ein Notruf abgesetzt wurde, mobilisierte das Lagezentrum innerhalb kürzester Zeit insgesamt zehn Einsatzwagen, die mit Blaulicht und Martinshorn nach Lindenau fuhren. Schon nach wenigen Minuten trafen die ersten Polizisten am Markt ein.

Über Funk hatten sie eine Übersicht der Lage erhalten: Ein unbekannter Mann war in einer Bank am Markt gewesen und hatte geäußert, dass er dort alles in die Luft sprengen würde. Zusätzlich erhielten die Kollegen eine detaillierte Beschreibung des Mannes, so dass sie ihn bei ihrer Ankunft sehr schnell lokalisieren konnten.

Der Unbekannte verhielt sich vollkommen ruhig und suchte das Gespräch mit einer Passantin. Da die Polizei im ersten Moment nicht ausschließen konnte, dass es sich bei der Drohung um eine ernste Situation handelte, wurde augenblicklich der gesamte Lindenauer Markt weiträumig gesperrt. Eine Straßenbahn wurde binnen weniger Minuten evakuiert. Zeitgleich forderten die eingesetzten Beamten einen Rettungswagen und einen Notarzt an.

Die Polizisten näherten sich dem Täter, und da sie weder Kabel sahen noch der Mann einen Auslöser in der Hand hielt, wurde der Zugriff angeordnet. Vier Beamte rangen den Unbekannten zu Boden und fixierten ihn. Es stellte sich dann heraus, dass der 26-jährige Mann polizeibekannt war.

Er war bereits in der Vergangenheit durch einen verwirrenden Sachverhalt aufgefallen, wonach er zwangseingewiesen wurde. Auch heute wurde der 26-Jährige durch einen Arzt betreut, der dann entschied, dass der Leipziger in ein psychiatrisches Fachkrankenhaus zur weiteren Betreuung gebracht werden solle.

Mysteriös wird wohl der Umstand bleiben, dass der Mann eine Medaille umgehängt und einen Pulsgurt umgeschnallt hatte. Dazu trug er mit Gewichten gefüllte Handschuhe.
 
Gegen ihn wird nun wegen Androhung von Straftaten ermittelt. Alle Bank-Mitarbeiter sind unversehrt geblieben. Nachdem der 26-Jährige geäußert hatte, dass er alles in die Luft sprengen wolle, hatte der Filialleiter schnell reagiert und die Bank von innen verschlossen. Daraufhin hatte sich der Täter in Richtung des Lindenauer Marktes entfernt.

Ein Sprengstoffspürhund hatte die Weste, die dem Mann abgenommen wurde, nur kurze Zeit später geprüft. Der Hund zeigte keinerlei Reaktion an der Weste; daher ist davon auszugehen, dass sie keinen Sprengstoff enthält. Derzeit wird davon ausgegangen, dass es sich bei der Weste um eine Schlagschutzweste handelte. Bereits 10:17 Uhr konnte die Sperrung des Marktes wieder aufgehoben werden.