Leipzig boomt dank der Autobauer

Leipzig ist schon seit ein paar Jahren das, was man landläufig als Boomtown bezeichnet. Die hauptsächliche Ursache dafür liegt darin begründet, dass die Autobranche an diesem Standort Fuß gefasst hat. Und in deren Fahrwasser haben sich auch viele namhafte Zulieferer hier angesiedelt.

Alles begann im Jahr 2000. Damals, als der Aufbau Ost schon fast als gescheitert galt, hat ein florierendes Unternehmen aus Stuttgart beschlossen, ein neues Automodell in Leipzig zu bauen. So nahm Porsche eine halbe Milliarde Euro in die Hand und errichtete damit eine Produktionsstätte. 2002 schließlich rollte der erste Cayenne vom Band, das ist bis heute so geblieben, und seit 2009 findet hier auch die Endmontage des Panamera statt.

Erst Porsche, dann BMW

Die Investition war vielversprechend, was sich schon bald bis nach München herumsprach und BMW auf den Plan rief, in Leipzig zu investieren. BMW-Modelle rollen im Werk Leipzig vom Fließband seit 2005. Die BMW-Modelle im Überblick: BMW 1er Fünftürer, BMW 2er Coupé, BMW i3, BMW i8, BMW 2er Active Tourer, BMW 2er Cabrio und BMW M2. Das sind die seit 2012 am Standort Leipzig produzierten Typen, von 2005 bis 2012 wurden hier darüber hinaus sechs andere Modelle gefertigt.

Und dann kamen die Zulieferer, wenn sie nicht schon da warenWährend Porsche bis heute etwa 460 Mitarbeiter in Leipzig beschäftigt, sind es bei BMW sogar 5.200. Doch es sind nicht nur die Autobauer selbst, die Leipzig gesunden ließen und lassen. Auch die Zulieferfirmen haben einen beträchtlichen Anteil daran, dass die Region Leipzig wirtschaftlich heute so gut dasteht wie kaum jemals zuvor. Firmen wie GF Automotive aus der Schweiz, EMAG aus dem Schwäbischen und ThyssenKrupp Automotive Systems aus Essen haben hier Standorte eröffnet. Andere Spezialisten, die bereits vor dem Autoboom in Leipzig ansässig waren, konnten durch Porsche und BMW oft um ein Vielfaches wachsen, etwa die HAL Aluminiumguss GmbH oder das Technologie-Zentrum für Oberflächentechnik und Umweltschutz.

Auch die Stadt trägt zum Boom beiDoch ist das alles keine Selbstverständlichkeit, wie BMW-Sprecher Müller weiß. Auch Leipzig als Stadt trage dazu bei, dass die Automotive-Branche an diesem Standort so florieren kann. So werden Unternehmensanträge von der Stadtverwaltung flott bearbeitet, die Firmen müssten niemals lange auf Antworten warten. Ein weiterer Vorteil für die Konzerne ist laut Müller die Infrastruktur; der Flughafen sowie die Autobahn- und Zuganbindung brächten immense Vorteile. Und nicht zuletzt sind die Universitäten und Fachhochschulen der Region von Bedeutung, weil hier immer wieder innovative und kreative Köpfe ausgebildet werden, die letztendlich zur Stärkung des Standorts beitragen. Denn inzwischen gibt es hier gute Arbeitsplätze, die Absolventen müssen nicht wie früher für attraktive Jobs wegziehen.

 

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