Leipzig: Buttersäureanschlag auf Villa des sächsischen Justizministers

Unbekannte haben in der Nacht zum Dienstag in Leipzig einen Anschlag auf die Villa von Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) verübt.

Anschläge auf sächsische Politiker sind ja in der Vergangenheit leider in Mode gekommen, es wurden Scheiben von Büros eingeworfen, in Freital wurde sogar das Auto des Linken-Stadtrates Michael Richter durch eine Explosion zerstört. Nun hat dieser Angriff auf die Volksvertreter einen neuen Höhepunkt erreicht. Das Opfer: Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow.

Mitten in der Nacht wurden Sebastian Gemkow und seine Familie unsanft aus dem Schlaf gerissen. Unbekannte hatten die Wohnung des 37-Jährigen in Leipzig gegen 2:15 Uhr mit Pflastersteinen beworfen. Außerdem warfen sie einen mit Buttersäure gefüllten Behälter hinterher.

Die herbeigerufene Polizei sicherte Spuren, auch Hunde kamen zum Einsatz. Von den Tätern fehlt allerdings jede Spur. Zwar meldeten sich Zeugen bei der Polizei, ob deren Aussagen weiterhelfen ist aber eher fraglich. Sie beschrieben lediglich, wie mehrere Unbekannte die August-Bebel-Straße entlang flüchteten. Welches Motiv genau hinter dem feigen Anschlag steckt, kann noch nicht gesagt werden. Mittlerweile hat aber das Operative Abwehrzentrum welches sich extremistisch motivierten Straftaten widmet, die Ermittlungen übernommen. Verletzt wurde bei dem Anschlag glücklicherweise niemand. Sebastian Gemkow selbst wollte sich vorerst nicht äußern, der CDU Politiker ließ aber über das Justizministerium folgendes mitteilen:

„„Das ist ein Angriff auf den Rechtsstaat als Ganzes. Der Rechtsstaat wird aber längeren Atem haben als diejenigen, die ihn bekämpfen.“

Politisch Verbündete und Gegner waren schockiert von dem Anschlag. CDU-Innenminster Markus Ulbig sprach von einer „gesunkenen Hemmschwelle der Kriminellen“.  Die sächsischen Grünen verurteilen den Angriff als „abscheulich“ und „perfide“. Und Leipzigs SPD-Oberbürgermeister Burkhard Jung bezeichnete den Anschlag als „Ergebnis einer vergifteten, verrohten politischen Kultur und öffentlichen Auseinandersetzung.“

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