Leipzig: Erste Impfungen nach Online-Anmeldung gestartet

Sachsen/Leipzig - Das Impfzentrum in Leipzig hat seit Donnerstag für Menschen der Priorisierungsgruppe 1 mit einem Onlinetermin geöffnet. Vorher war die Impfung nur unter anderem für Pflegepersonal möglich. Dennoch benötigen viele ältere Personen Hilfe bei der Buchung. Wir haben uns im Leipziger Impfzentrum umgeschaut und umgehört.

Einen Onlinetermin buchen und sich gegen Corona impfen zu lassen: Gisela Gruhl ist eine der ersten, die das in Leipzig an diesem Donnerstag gemacht hat. Das war seit dem Start der sächsischen Impfzentren am vergangenen Montag unter anderem nur für Pflege- und Rettungspersonal möglich. Seit Donnerstag können sich nun auch Personen der Priorisierungsgruppe 1 hier impfen lassen. Voraussetzung dafür ist, dass man sich online einen Termin reserviert hat. Der erste Durchlauf mit 20 Impflingen sei laut DRK gut gelaufen, doch für Gisela Gruhl war das Prozedere einen Termin zu buchen nicht ganz so leicht. Die Seniorin hat Hilfe von ihrem Schwiegersohn bekommen.

© Sachsen Fernsehen

Die 91-Jährige sei froh über die Impfung. Für sie stand ein "Nein" nie zur Debatte. Neben den Schwierigkeiten, die sie bei der Terminbuchung hatte, sei für sie auch der Standort auf der Neuen Messe ungünstig gewählt. Das sieht auch Dr. Gisela Trippler so. Die 86-Jährige ist mit ihrem gehbehinderten Mann hergekommen. "Dass ein beidbeinig Amputierter mit dem Auto nicht bis zum Behindertenparkplatz - Das finde ich unmöglich, dass er diesen weiten Weg auf schneeigen Untergrund gehen muss", so die Seniorin.

Das sieht Olaf Hagenauer nicht so. Er ist Chef vom Leipziger DRK, das für Aufbau und Betrieb des Impfzentrums verantwortlich ist. Er ist mit dem Standort zufrieden, auch wenn noch an kleineren Problemen gearbeitet wird. "Bis Montag sind die Beschilderung rund um das Messegelände aufgestellt. Parkplätze sind auch zur Verfügung gestellt. Die Neue Messe ist für die Stadt die beste Adresse um so was, wie wir hier betreiben, durchführen zu können", erläutert Hagenauer. Das sächsische DRK ist für den Betrieb aller 13 Impfzentren vom Freistaat beauftragt worden. Das koordiniert auch die mobilen Impfteams, die die Pflegeeinrichtungen besuchen. Von einer angeblich geringen Impfbereitschaft des Personals kann er nicht berichten.

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Bisher wurden in Leipzig rund 4000 Personen auf der Messe und durch die mobilen Teams geimpft. Ohne die Mitarbeit von Ärzten und Schwestern aus allen Bereichen, wäre das logistisch nicht möglich gewesen. Obwohl sich bislang 3000 freiwillige Helfer gemeldet haben, werden weitere Mitarbeiter gesucht. Für Wirbel sorgte vor kurzem der Lohn der Ärzte. Dieser liegt im Freistaat bei 175€ pro Stunde. Sylvia Krug von der Kassenärztlichen Vereinigung, die für das Personal verantwortlich ist. rechtfertigt das. "Wenn die Praxis geschlossen ist, verdient man nichts. Trotzdem laufen die Neben- und Betriebskosten weiter. Deshalb ist das ein Stundenlohn, den wir mit dem Freistaat Sachsen ausgehandelt haben, der für diese Ärzte angemessen ist".

An diesem Freitag bekommen noch einmal 20 Leipziger ihre Impfung, die zuvor ihren Termin über das Onlineportal gebucht haben. Wie viele Termine in den kommenden Tagen vergeben werden können, hängt von der Anzahl der zur Verfügung stehenden Impfdosen ab. Ab kommenden Montag sind auch Terminbuchungen über eine Hotline möglich. Sie soll insbesondere die Bürger unterstützen, denen das über das Onlineportal nicht möglich ist.